Milchprodukte in einem Supermarkt | picture alliance/dpa

Erzeugerpreise Milch- und Getreideprodukte werden teurer

Stand: 14.09.2022 10:19 Uhr

Die Preise für landwirtschaftliche Produkte steigen weiterhin stark. Das deutet darauf hin, dass sich auch Lebensmittel nochmals verteuern werden. Vor allem die Preise für Getreide- und Milchprodukte dürften kräftig anziehen.

Steigende Nahrungsmittelpreise gehören neben Energie derzeit zu den größten Inflationstreibern in Deutschland. Die aktuelle Entwicklung der landwirtschaftlichen Erzeugerpreise zeigt, dass sich daran so schnell nichts ändern wird. Zwar gingen die Erzeugerpreise für landwirtschaftliche Produkte im Juli im Vergleich zum Juni leicht um 0,8 Prozent zurück. Dennoch liegen die Preise immer noch 33,4 Prozent höher als ein Jahr zuvor, wie das Statistische Bundesamt mitteilte.

Milch mit stärkstem Preisanstieg

Dabei erhöhten sich die Preise für pflanzliche Produkte mit einem Plus von 25,8 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat etwas weniger stark als die Preise für tierische Erzeugnisse (plus 38,8 Prozent).

Größter Preistreiber bei den tierischen Erzeugnissen war die Milch mit einem Plus von 51,7 Prozent. "Damit setzte sich der Preisanstieg bei der Milch seit März 2021 gegenüber dem Vorjahresmonat kontinuierlich fort", so die Statistiker. Im Juni 2022 hatte Milch noch 44,7 Prozent mehr gekostet als ein Jahr zuvor. Die Verteuerung beschleunigte sich im Juli somit abermals.

Stark steigende Getreidepreise

Der Preisanstieg bei den pflanzlichen Produkten war auch im Juli erneut vor allem auf die Getreidepreise zurückzuführen: Diese lagen um 53,2 Prozent über dem Vorjahresmonat. Immerhin: Zwischen Juni und Juli sanken die Preise um 10,9 Prozent.

Obst und Gemüse billiger

Dagegen sind die landwirtschaftlichen Erzeugerpreise für Obst und Gemüse deutlich gesunken. Für Obst wurde im Juli 6,3 Prozent weniger gezahlt als noch vor einem Jahr. Auffällig war etwa der Preisrückgang bei Tafeläpfeln mit einem Minus von 17,1 Prozent.

Gemüse verbilligte sich insgesamt um 2,3 Prozent gegenüber dem Vorjahresmonat. Hier fielen insbesondere die Preise für Blumenkohl (minus 24,3 Prozent) und Tomaten (minus 29,0 Prozent).

Wichtiger Frühindikator für die Verbraucherpreise

Der Index der Erzeugerpreise landwirtschaftlicher Produkte misst die Entwicklung der Verkaufspreise der Landwirtschaft (ohne Umsatzsteuer). Er zeigt damit die Entwicklungen auf der ersten Wirtschaftsstufe an, also noch bevor die Waren in den Handel kommen. Das Auf und Ab gibt damit einen frühen Hinweis auf die künftige Entwicklung der Verbraucherpreise.

Die Inflationsrate in der Bundesrepublik war im August auf 7,9 Prozent gestiegen. Dafür waren neben der Energie auch die Nahrungsmittelpreise verantwortlich: Lebensmittel kosteten im August 16,6 Prozent mehr als ein Jahr zuvor.