Einkaufskorb | Andreas Weiss

Lebenshaltungskosten In der Schweiz lebt es sich teurer

Stand: 16.09.2021 13:17 Uhr

Trotz der steigenden Inflationsrate in Deutschland lohnt sich ein Blick über die Grenzen nach Europa. Denn im Ausland sind die Preise teilweise deutlich höher - so zum Beispiel in der Schweiz.

Im europäischen Vergleich ist das Leben in der Schweiz mit Abstand am teuersten. Auch in einigen anderen Nachbarländern müssen die Verbraucher deutlich mehr als in Deutschland bezahlen, in anderen weniger.

Die Lebenshaltungskosten in der Schweiz lagen im Juli um 51 Prozent höher als in Deutschland, wie das Statistische Bundesamt errechnet hat. Damit lag die Schweiz an der Spitze in Europa. Doch auch bei anderen Nachbarn war der Euro wesentlich weniger wert als in Deutschland. In Luxemburg etwa mussten Verbraucherinnen und Verbraucher ein Viertel mehr für den Erwerb eines repräsentativen Warenkorbs berappen. In den Niederlanden betrug der Preisaufschlag gegenüber Deutschland sieben Prozent, in Belgien und Österreich jeweils fünf Prozent und in Frankreich vier Prozent.

Im Osten ist es günstiger

Doch wer sparen möchte, sollte vielleicht über einen Umzug nach Osteuropa nachdenken. Denn in Tschechien war die Lebenshaltung um 28 Prozent und in Polen sogar um 46 Prozent günstiger.

Auch der Vergleich mit weiteren europäischen Staaten, die nicht an Deutschland angrenzen, zeigt dem Statistikamt zufolge enorme Unterschiede bei den Lebenshaltungskosten: Diese waren in Island 40 Prozent und in Norwegen 30 Prozent höher als in Deutschland. Dagegen waren sie in Bulgarien, Rumänien sowie Bosnien und Herzegowina um rund die Hälfte niedriger. Litauen und Kroatien blieben jeweils 36 Prozent, Spanien 13 und Italien neun Prozent unter dem deutschen Preisniveau. Am günstigsten waren die Lebenshaltungskosten in der Türkei. Sie lagen 64 Prozent unter dem Niveau in Deutschland.

Einkommen ausgeklammert

Das Bundesamt erstellte für den Vergleich einen repräsentativen Warenkorb anhand von 15 Kategorien, darunter Lebensmittel und Energieausgaben, aber auch Restaurantbesuche und Hotelkosten.

Allerdings betrachtet die Statistik nur die absolute Höhe der Kosten für die Lebenshaltung. Es werden keine Aussagen darüber getroffen, inwieweit sich die durchschnittlichen Einkommen sich in den einzelnen Ländern voneinander unterscheiden. So ist etwa das Gehaltsniveau in der Schweiz deutlich höher als hierzulande. Dagegen leidet die Türkei seit geraumer Zeit unter einer Inflationsrate im zweistelligen Prozentbereich, auch weil die heimische Währung Lira stark unter Druck steht.

Auch in Deutschland sind die Teuerungsraten nach einer jahrelang eher unauffälligen Entwicklung wieder verstärkt in das Interesse der Öffentlichkeit gerückt. Im August waren die Verbraucherpreise mit 3,9 Prozent so stark gestiegen wie seit 1993 nicht mehr.