Techniker montieren eine Photovoltaikanlage auf dem Dach eines Wohnhauses  | picture alliance / Stephan Goerl

Umfrage unter Haushalten Millionen Tonnen CO2-Einsparungen geplant

Stand: 28.12.2021 10:09 Uhr

Ökostrom, Elektroautos und emissionsarmes Heizen: Sollten die Deutschen ihre Pläne zum Klimaschutz für 2022 tatsächlich umsetzen, könnten sie elf Millionen Tonnen Kohlendioxid weniger verbrauchen.

Wenn die Haushalte in Deutschland ihre Vorhaben zum Klimaschutz bei Mobilität, Heizung und Strom verwirklichen, könnten sie 2022 einer Studie zufolge mehr als elf Millionen Tonnen Kohlendioxid einsparen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Analyse des Beratungsunternehmens Energy Brainpool im Auftrag des Energieanbieters e.on.

Allein für die Verbraucher in den Metropolen Berlin, Hamburg und München liege das Einsparpotenzial danach insgesamt bei fast 650.000 Tonnen CO2. Besonders hoch sei es mit 2,4 beziehungsweise 2,1 Millionen Tonnen vor allem in den Flächenländern Nordrhein-Westfalen und Bayern. Eine grüne Stromversorgung, klimafreundliches Heizen und der Ausbau der E-Mobilität seien daher zentrale Hebel für eine erfolgreiche Energiewende, teilte e.on mit.

Viele Verbraucher wollen grüner werden

Die ermittelte potenzielle CO2-Einsparung liege über der aktuellen Emissionsmenge, die deutsche Millionenstädte wie Köln oder München pro Jahr ausstoßen, hieß es weiter. Grundlage für die Analyse ist eine repräsentative Befragung des Meinungsforschungsunternehmens Civey von 30.000 Bürgern bei den Themen Strom und Mobilität sowie von 10.000 Personen beim Thema Heizung.

6,1 Prozent der Befragten haben laut der Studie die Frage "Planen Sie, im kommenden Jahr 2022 in einen 100-prozentigen Ökostrom-Tarif zu wechseln?" mit "Ja" beantwortet. Die Befragten waren bislang keine Ökostrom-Kunden. Energy Brainpool ermittelte daraus mit Hilfe weiterer Quellen ein auf Deutschland hochgerechnetes CO2-Einsparpotenzial von 2,4 Millionen Tonnen. Und die Tendenz steigt weiter: Denn 63,8 Prozent der Deutschen, die bislang keinen Ökostrom nutzen, können sich grundsätzlich vorstellen, in Zukunft auf grüne Energie umzustellen.

Die Frage "Planen Sie, im kommenden Jahr 2022 auf ein Elektro-Auto umzusteigen?" an Führerscheinbesitzer ohne E-Auto bejahten 5,7 Prozent. Die Experten errechneten daraus eine mögliche Kohlendioxid-Einsparung von 3,6 Millionen Tonnen. Auch beim Thema Heizung wurden nur Personen befragt, die über ihre Heizungsart entscheiden können. 24,4 Prozent der Befragten gaben an, 2022 auf eine klimafreundliche Heizungsart umsteigen zu wollen. Damit könnten 5,3 Millionen Tonnen Kohlendioxid eingespart werden.

Ökostrom-Anteil in Deutschland steigt

Nach Angaben des Bundesverbandes der Energie- und Wasserwirtschaft (bdew) gab es 2020 mehr als 1300 Stromanbieter in Deutschland. Der Bundesnetzagentur zufolge konnten Haushaltskunden 2020 in ihrem jeweiligen Netzgebiet im Durchschnitt zwischen 142 Stromanbietern wählen. Knapp 30 Prozent aller Haushalte bezogen 2020 Ökostrom.

Im Bundesland-Vergleich sind e.on zufolge Hamburg und Berlin die Spitzenreiter in Sachen grüner Energie. In Hamburg beziehen nach Angaben der Stadt derzeit bereits 44,5 Prozent der Einwohner Ökostrom, in der Hauptstadt sind es 39,8 Prozent. Bei den Kommunen steht Freiburg an der Spitze: Dort setzen satte 51 Prozent auf Strom aus erneuerbaren Quellen. Die aktivsten Ökostromnutzer die 30- bis 39-Jährigen mit rund 35 Prozent. Unter den Deutschen, die sich für ein E-Auto interessieren, beziehen mit 42 Prozent überdurchschnittlich viele grüne Energie.

Insgesamt, also inklusive Unternehmen und Kommunen, entwickelte sich der Anteil der erneuerbaren Energien am Bruttostromverbrauch laut Umweltbundesamt zuletzt kontinuierlich positiv. 2020 kletterte er auf 45,3 Prozent - nach 41,8 Prozent im Vorjahr. In den vergangenen zehn Jahren habe er sich damit verdoppelt.

Über dieses Thema berichtete der NDR am 30. August 2019 um 21:15 Uhr in der Sendung "Die Reportage".