Nur teilweise beleuchtete Innenstadt von Hannover (Archivbild von April 2021) | dpa

Energiesparen und Sicherheit Einzelhandel warnt vor dunklen Innenstädten

Stand: 23.08.2022 07:03 Uhr

Am 1. September soll die Energieeinsparverordnung in Kraft treten: Schaufenster dürfen dann nachts nicht mehr beleuchtet werden. Der Handel warnt vor Folgen für die Sicherheit - und betont den Willen, Energie zu sparen.

Der Einzelhandel warnt vor dem kompletten Abschalten aller Ladenbeleuchtungen in den Innenstädten, um Energie zu sparen. "Mit der Schaufensterbeleuchtung sorgen wir auch für Sicherheit und soziale Verantwortung in den Städten, vor allen Dingen in den weniger frequentierten Zeitfenstern in der Nacht", sagte der Hauptgeschäftsführer des Handelsverbands Deutschland (HDE), Stefan Genth, den Zeitungen der Funke Mediengruppe.

Das Energiesparen dürfe nicht auf Kosten der Sicherheit gehen. Der Handel spare heute schon bewusst Energie ein, sagte Genth. "Besonders effektiv ist es, Klimaanlagen im Sommer nicht so kühl einzustellen und die Heizung im Winter nicht so stark aufzudrehen", sagte Genth.

Er verwies darauf, dass ein Grad weniger Raumtemperatur beim Heizen sechs Prozent Energie einspare. Mit der neuen Verordnung des Wirtschaftsministeriums sei es möglich, die Temperatur in den Läden auf bis zu 19 Grad herunterzufahren. Beleuchtungen könnten auf LED umgestellt werden.

Spanien hat bereits am 10. August einen Energiesparplan umgesetzt. Dort sind die Schaufenster ab 22.00 Uhr nicht mehr beleuchtet, auch werden nachts öffentliche Gebäude nicht mehr angestrahlt.

Plakate statt offener Türen

Der HDE hatte am Montag angekündigt, der Handel werde die Beleuchtung reduzieren, Türen sollten nicht dauerhaft offenstehen. Damit nicht bei geschlossenen Ladentüren weniger Kundinnen und Kunden ins Geschäft kämen, wolle der Einzelhandel ihnen mit Plakaten zeigen: "Türen zu, Geschäft offen". Händlerinnen und Händler können die Plakate laut Verband herunterladen und selbst ausdrucken. Sie können sie auch beim HDE bestellen oder bei einigen Landesverbänden abholen. 

Die Energieeinsparverordnung der Bundesregierung soll am 1. September in Kraft treten. Laut Entwurf der Verordnung ist dem Einzelhandel dann vorgeschrieben, Türen und Fenster nicht dauerhaft offenstehen zu lassen. Schaufenster dürfen demnach von 22.00 Uhr bis 6.00 Uhr morgens nicht beleuchtet werden.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 23. August 2022 um 08:40 Uhr.