Die Balkone von Mietshäusern in Hamburg. | dpa

Studie von "Immowelt" Mieten sinken in ersten Großstädten

Stand: 04.10.2021 14:52 Uhr

Der Anstieg der Mietpreise in den Großstädten schwächt sich ab. In einigen Städten gehen die Angebotsmieten sogar zurück, wie aus einer Studie des Immobilienportals "Immowelt" hervorgeht.

Nachdem die Mieten in vielen deutschen Großstädten jahrelang nur eine Richtung kannten - steil nach oben - scheint sich die Lage nun etwas zu beruhigen. Wie aus einer Studie des Immobilienportals "Immowelt" hervorgeht, sind die Angebotsmieten im dritten Quartal in einem Großteil der Städte stabil geblieben - auch und vor allem in den hochpreisigen Städten München, Frankfurt, Stuttgart und Hamburg.

Lediglich in fünf von 14 untersuchten Großstädten über 500.000 Einwohner verteuerten sich die Angebotsmieten weiter. Im Vorjahr waren es noch acht Städte. "Heißt, die Preiskurven flachen in immer mehr Städten ab", so die Autoren der Studie. In sechs Städten stagnierten die Preise und in weiteren drei Städten seien sie sogar leicht gesunken.

Stagnation in München, leichtes Plus in Berlin

In München stagnierten die Mieten das zweite Quartal in Folge: Dort kostet der Quadratmeter für eine Bestandswohnung derzeit im Mittel 16,50 Euro. Auch in Frankfurt, der zweitteuersten Stadt, setzt sich der Trend fort. Dort sind die Angebotsmieten im dritten Quartal im Vergleich zum Vorquartal um ein Prozent auf durchschnittlich 11,60 Euro gesunken. Das ist der zweite Rückgang in Folge. Der letzte Anstieg wurde im vergangenen Jahr verzeichnet. Auch in Stuttgart entspannt sich die Lage weiter. Hier sind die Angebotsmieten sogar das fünfte Quartal in Folge um jeweils ein Prozent auf 11,07 Euro gesunken. Im ebenfalls hochpreisigen Hamburg stagnierten die Preise zuletzt bei 10,89 Euro.

Dagegen ziehen die Mieten in Berlin weiter an. Nach dem Aus des Mietendeckels im April kam es dort zu Nachholeffekten. Wie schon im zweiten Quartal kletterten die Angebotsmieten auch im dritten Quartal um zwei Prozent auf derzeit 9,39 Euro. Auch in Köln und Düsseldorf legten die Mieten im dritten Quartal im Schnitt um zwei Prozent zu.

"Grenze des Bezahlbaren erreicht"

Dass die Mieten nur noch minimal steigen und in besonders teuren Städten sogar leicht zurückgehen, erklären die Experten von "Immowelt" mit dem überzogenen Anstieg in der Vergangenheit. "Die Grenze des Bezahlbaren ist mancherorts erreicht", sagt Marketingchef Jan-Carl Mehles. So ließen sich höhere Mieten am Markt schlicht nicht mehr durchsetzen. "Viele Mieter haben bereits jetzt große Probleme, sich eine Wohnung im Stadtgebiet zu leisten", schreiben die Autoren der Studie. Entlastet würden die Märkte allmählich auch durch zahlreiche, geförderte Neubauten.

Für die Analyse wurden auf immowelt.de angebotene Quadratmeterpreise von Bestandswohnungen (80 Quadratmeter, drei Zimmer, zweiter Stock) im dritten Quartal 2021 mit dem Vorquartal verglichen.

Deutlich teurer als im Bestand sind die Mieten für Neubauwohnungen. In Berlin beträgt der Quadratmeter derzeit 12,89 Euro. Somit kostet eine 80-Quadratmeter-Neubauwohnung 1031 Euro Miete - 280 Euro mehr als die Miete für eine vergleichbare Bestandswohnung. Unangefochten an der Spitze ist auch im Neubau-Segment München. Mieter müssen dort für den Quadratmeter 19,79 Euro zahlen. Eine 80 Quadratmeter große Neubauwohnung kostet somit 263 Euro mehr als eine Bestandswohnung. In Frankfurt müssen Mieter einer Neubauwohnung sogar 273 Euro drauflegen.

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Moderation 04.10.2021 • 21:37 Uhr

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