Eine Frau kauft in einem Morrisons Supermarkt in London (Großbritannien) ein. | picture alliance / ZUMAPRESS.com

Hohe Lebenshaltungskosten Britische Einzelhändler senken Preise

Stand: 26.04.2022 12:33 Uhr

Mit einem ungewöhnlichen Schritt reagieren zwei der größten britischen Einzelhändler auf die rasant gestiegenen Lebenshaltungskosten. Sie senken Preise und erhöhen Löhne.

Zwei der größten Einzelhändler in Großbritannien haben Preissenkungen und Lohnerhöhungen angekündigt, um auf die stark gestiegenen Lebenshaltungskosten zu reagieren.

Der Einzelhändler Asda, die Nummer drei im britischen Markt, senkt die Preise für eine Reihe von frischen Lebensmitteln sowie Reis, Nudeln, Erfrischungsgetränke und Tiefkühlprodukte um durchschnittlich zwölf Prozent, wie die Fachzeitschrift "The Grocer" berichtete. Außerdem will das Unternehmen die Löhne von 120.000 Beschäftigten, die auf Stundenbasis bezahlt werden, von Juli an auf 10,10 Pfund pro Stunde erhöhen. Das sind 60 Pence mehr als der gesetzliche Mindestlohn für über 23-Jährige. Geplant seien auch Bonuszahlungen sowie weitere finanzielle Leistungen.

Auch die viertgrößte britische Kette Morrisons reduziert bei mehr als 100 Produkten die Preise, berichtete "The Grocer". Für einige Nahrungsmittel wie Reis, Eier, Geflügel und Müsli sollen die Preise um durchschnittlich 13 Prozent sinken.

Arbeitnehmervertreter begrüßen Lohnerhöhungen

"Wir wissen, dass unsere Kunden im Moment unter echtem finanziellen Druck stehen, und wir wollen unseren Teil dazu beitragen, ihnen zu helfen", erklärte Unternehmenschef David Potts. Zugleich will Morrisons die Löhne für seine Beschäftigten um 4,5 Prozent erhöhen. Insgesamt nehme der Einzelhändler dafür 73 Millionen Pfund (86,5 Millionen Euro) in die Hand. Schon zuvor hatte das Unternehmen deutlich geringere Einnahmen wegen der hohen Inflation und des Ukraine-Kriegs angekündigt.

Arbeitnehmervertreter begrüßten die Lohnerhöhungen. Beschäftigte im "Einzelhandel, vorwiegend Frauen, sehen sich jeden Tag mit der Tatsache konfrontiert, dass sie mit niedrigen Löhnen leben müssen", erklärte Nadine Houghton von der Gewerkschaft GMB. Der Schritt sei allerdings überfällig gewesen.

Im März hatte die Inflation in Großbritannien 6,2 Prozent erreicht. Im April stiegen zudem die Energiepreise für Haushalte im Grundtarif um mehr als 50 Prozent, auch die Beiträge zur Sozialversicherung wurden deutlich angehoben.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk Kultur am 22. Januar 2022 um 07:24 Uhr in der Sendung "Studio 9".