Girocard Sparkasse | picture alliance / Eibner-Presse

Bargeldloses Bezahlen Girocard-Zahlungen auf Rekordniveau

Stand: 16.02.2022 10:34 Uhr

Bargeldloses Bezahlen wird in Deutschland immer beliebter. Nie zuvor haben Verbraucher die Girocard so häufig genutzt wie im Jahr 2021. In zwei Drittel der Fälle wurde dabei kontaktlos bezahlt.

Rund 5,9 Milliarden Käufe haben die Verbraucher in Deutschland im vergangenen Jahr bargeldlos mit der Girocard - umgangssprachlich auch EC-Karte genannt - bezahlt. Das waren so viele Transaktionen wie noch nie, wie die Frankfurter Einrichtung Euro Kartensysteme mitteilte. Der erst ein Jahr zuvor erzielte Rekord von 5,5 Milliarden wurde noch einmal um etwa acht Prozent übertroffen - trotz der zeitweisen Einschränkungen im stationären Einzelhandel aufgrund der Corona-Pandemie.

"Motor dieser Entwicklung war auch 2021 das kontaktlose Bezahlen", stellte das Gemeinschaftsunternehmen der deutschen Kreditwirtschaft fest. Der Anteil der kontaktlosen Girocard-Zahlungen sei von rund 63 Prozent zu Beginn vergangenen Jahres auf rund 73 Prozent zum Jahresende geklettert. "Kontaktloses Bezahlen im Girocard-System mit Karte, Smartphone oder Smartwatch hat sich damit im Alltag der Kunden etabliert."

Zwei von drei Zahlungen kontaktlos

Im Jahresdurchschnitt wurden den Angaben zufolge zwei von drei Bezahlvorgängen (66,5 Prozent) mit der Girocard kontaktlos erledigt. Ein Jahr zuvor lag der Anteil bei 50,1 Prozent. Kontaktloses Bezahlen ist mit Girocards und Kreditkarten möglich, die einen sogenannten NFC-Chip besitzen. Außerdem kann mit einem Smartphone oder einer Smartwatch mit Diensten wie Apple Pay und Google Pay oder mit Banken-Apps kontaktlos Geld übertragen werden.

Die Daten für die Abwicklung der Bezahlung werden verschlüsselt mit dem Terminal an der Kasse ausgetauscht, wenn Kunden Karte beziehungsweise Smartphone oder Smartwatch nah an das Gerät halten. Bei geringen Beträgen ist nicht einmal die Eingabe der Geheimnummer (PIN) nötig. Im Einzelhandel war während der Pandemie aus Hygienegründen für diese Art des Bezahlens geworben worden.

Durchschnittlicher Zahlungsbetrag sinkt

Auch deshalb hatte die deutsche Kreditwirtschaft das Limit für die Kartenzahlung ohne PIN-Eingabe im Handel von 25 auf 50 Euro pro Nutzung verdoppelt. Zunehmend bieten auch kleinere Läden das kontaktlose Bezahlen an. Somit begleichen Verbraucher ihre Rechnungen immer häufiger ohne Schein und Münze - auch bei geringeren Beträgen.

Der durchschnittliche Bezahlbetrag mit der Girocard sank binnen Jahresfrist weiter von 43,14 Euro auf 42,82 Euro. Bei kontaktlosen Zahlungen mit der Girocard stieg der Durchschnittsbetrag dagegen von 35,31 Euro auf 37,70 Euro. Der Großteil der rund 100 Millionen Girocards, die Banken und Sparkassen in Deutschland an ihre Kunden ausgegeben haben, ist mit der Funktion für kontaktloses Bezahlen ausgestattet. Branchenschätzungen zufolge ist an 90 bis 95 Prozent der mehr als 970.000 Terminals im Handel das schnelle Bezahlen im Vorbeigehen möglich.

Die Girocard ist hierzulande die beliebteste Bankkarte. Nach Angaben der Bundesbank haben 95 Prozent der Bundesbürger mindestens eine Girocard. Einige Experten befürchten allerdings, dass sie wegen des Stopps der Maestro-Funktion in Zukunft verschwinden könnte. Zudem ist bei einigen Instituten mittlerweile ein monatlicher Betrag fällig.