Neu- und Gebrauchtwagen stehen bei einem Autohändler nebeneinander. (Archivbild)

Automarkt Gebrauchtwagen werden immer teurer

Stand: 03.06.2022 08:55 Uhr

Lieferengpässe und Materialmangel in der Autobranche infolge der Coronakrise haben das Angebot an Neuwagen stark reduziert. Gebrauchtwagen sind deshalb sehr gefragt, die Preise steigen kräftig.

Der Gebrauchtwarenhandel erlebt derzeit einen Boom. Die Preise für manche Gebrauchtwagen liegen teilweise sogar höher als bei Neuwagen. Eine aktuelle Untersuchung zeigt, dass drei Jahre alte Gebrauchtwagen binnen eines Jahres um fast ein Drittel teurer geworden sind.

Im April war ein typischer drei Jahre alter Benziner beim Kauf im Autohandel 30,1 Prozent teurer als ein vergleichbares Fahrzeug ein Jahr zuvor, wie eine Auswertung des Marktbeobachters DAT für die Deutsche Presse-Agentur ergab. Im Durchschnitt wurden für das Fahrzeug 27.900 Euro fällig.

Diesel-Fahrzeuge verteuerten sich sogar um 31,8 Prozent auf im Schnitt 28.960 Euro. Die Zahlen beziehen sich auf dreijährige Gebrauchtwagen quer über alle Segmente und Marken.

Folgen der Coronakrise

Treiber des Preisanstiegs ist vor allem ein niedriges Angebot an Fahrzeugen infolge von Corona, Chipkrise und Teilemangel. "Lieferengpässe und Produktionsrückgänge wirken sich auch auf den Gebrauchtwagenmarkt aus, weshalb das Angebot in den letzten Monaten insgesamt gesunken ist", sagt Martin Fräder, Head of Sales bei mobile.de. Eine Auswertung des Gebrauchtwagenmarktes durch den Online-Fahrzeugmarkt mobile.de war zuvor zu einem ähnlichen Ergebnis gekommen.

Ein weiterer Faktor ist, dass Hersteller jährlich mehr Elektroautos produzieren müssen, um die Klimaziele zu erreichen, sodass das Angebot auch von dieser Seite her unter Druck gerät.

"Ältere Fahrzeuge sehr gefragt"

Die deutliche Preissteigerung bei Gebrauchten betrifft laut DAT aber nicht nur die dreijährigen Fahrzeuge. "Wenn das Angebot knapp ist und die Nachfrage hoch, sind auch ältere Fahrzeuge sehr gefragt", sagte ein Sprecher. Zudem würden auch ältere Fahrzeuge mit höheren Laufleistungen beim Preis nicht mehr so "abgestraft" wie früher. Dabei falle auf, dass gerade die Käufer gebrauchter Diesel bereit seien, deutlich mehr zu bezahlen.

Inzwischen sieht die DAT allerdings eine Stabilisierung der Preise. "Zumindest steigen sie nicht weiter an", sagte der Sprecher. Ob das so bleibe, sei aber nicht sicher.