Gasflamme | picture alliance/dpa

Studie zu drohender Mangellage Gasverbrauch müsste um 30 Prozent sinken

Stand: 20.10.2022 08:29 Uhr

Privathaushalte verbrauchen noch zu viel Gas. Um eine Mangellage zu vermeiden, müsste der Verbrauch um mindestens 30 Prozent sinken, so das Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung. Wichtigster Ansatzpunkt sei das Heizen.

Der Gasverbrauch muss sinken - um mindestens 30 Prozent im Vergleich zu den Vorkrisenzeiten. Das ist das zentrale Ergebnis einer bundesweiten Studie des Potsdam-Instituts für Klimafolgenforschung. Beauftragt hat sie der Bund.

Wenn Gas in dieser Größenordnung eingespart werde, könne eine Gasmangellage ebenso verhindert werden wie weiter steigende Preise, heißt es. Vor allem private Haushalte heizen offenbar noch wie üblich und sparen der Untersuchung zufolge daher nicht so viel ein, wie nötig wäre. "Die Industrie hingegen reagiert deutlich sensibler auf die hohen Preise: Bisher ist der industrielle Gaseinsatz im Jahr 2022 um etwa 20 Prozent gegenüber den Vorjahren zurückgegangen", heißt es in der Studie.

Heizen nicht im Dauerbetrieb

Die Wissenschaftler rufen deswegen vor allem private Gaskunden zu stärkeren Bemühungen auf und sehen hier beim Heizen das größte Einsparpotenzial: Die Raumtemperatur um ein oder zwei Grad senken, Heizen nur nach Bedarf und nicht im Dauerbetrieb. So können Privathaushalte ihren Gasverbrauch reduzieren.

"Zusammen mit einem beschleunigten Hochlauf von Wärmepumpen, dem Anschluss an Fern- und Nahwärmenetze und einer stärkeren energetischen Sanierung des Gebäudebestands ließen sich im Gebäudesektor kurzfristig gut 30 Prozent des Gasbedarfs einsparen", sagte Gunnar Luderer, Vizeleiter des Ariadne-Projekts vom Potsdam-Institut für Klimafolgenforschung.

Die Ampel-Koalition will angesichts stark steigender Energiepreise Gaskunden mit einer Preisbremse entlasten. Geplant ist auch eine Strompreisbremse. Laut Medienberichten will das Bundeswirtschaftsministerium beide Maßnahmen zusammen einführen und ähnlich gestalten. Bei Gas und auch bei Strom soll es demnach Subventionen für einen Basisverbrauch geben. Weitergegeben werden können die Entlastungen demzufolge durch die Stadtwerke

Mit Informationen von Claudia Plaß, ARD-Hauptstadtstudio

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Oktober 2022 um 08:21 Uhr.