Ein Airbus der Lufthansa startet am Frankfurter Flughafen über anderen Passagiermaschinen der Airline.  | dpa

Chaos an vielen Flughäfen Was Passagiere tun können

Stand: 15.07.2022 04:46 Uhr

Mit den Fluggastzahlen geht es nach dem coronabedingten Einbruch wieder steil aufwärts. Teilweise herrschen chaotische Zustände an den Flughäfen. Nun gibt es Tipps für Urlauber, die in den Sommerferien fliegen wollen.

Auf vielen Flughäfen herrscht derzeit ein heilloses Chaos: Endlose Schlangen bei Gepäckaufgabe, Check-in und an den Sicherheitskontrollen stellen viele Urlauber vor ihrem Reiseantritt auf eine harte Geduldsprobe. Nicht selten werden sogar Flüge deshalb verpasst. Der Frankfurter Flughafenbetreiber Fraport hat deshalb jetzt Empfehlungen ausgesprochen, wie Reisende dazu beitragen können, die chaotischen Zustände abzumildern.

Passagiere können unterstützen

"Wir freuen uns, dass die Menschen wieder in den Urlaub fliegen. Der dynamische Verkehrsanstieg stellt uns aber auch weiterhin vor große Herausforderungen", erklärt Fraport-Manager Alexander Laukenmann. Die Passagiere könnten auch selbst die Abläufe beschleunigen. "Sowohl abfliegende als auch ankommende Passagiere müssen sich auf längere Wartezeiten an den verschiedenen Prozessstellen einstellen", sagt Laukenmann.

"Wir bitten unsere Fluggäste um Verständnis, aber auch um aktive Unterstützung. Denn mit der richtigen Vorbereitung kann jede und jeder Einzelne dazu beitragen, Wartezeiten zu reduzieren", machte er deutlich. Grundsätzlich müssen alle genügend Zeit für den Check-in und die Passagierkontrollen einplanen. "Wir bitten deshalb unsere Gäste, mindestens 2,5 Stunden vor Abflug im Terminal zu sein und zügig durch die Sicherheitskontrollen zu gehen."

Die Reise optimal vorbereiten

Der Flughafenbetreiber weist darauf hin, dass die perfekte Reisevorbereitung schon zu Hause beginne. Auch wenn in vielen Destinationen die pandemiebedingten Einreisebestimmungen gelockert oder ganz gestrichen wurden, sollten sich Fluggäste über mögliche Reise- und Sicherheitsbestimmungen im Zielland informieren. Das gilt auch für die Rückreise und die Ankunft in Deutschland. Mit dem Reiseassistenten des Flughafens Frankfurt finden Passagiere alle Informationen auf einen Blick.

Die jeweilige Airline legt Menge und das zulässige Gewicht des Gepäcks fest. "Beim Packen gilt beispielweise: Akkus, Powerbanks, E-Zigaretten, Feuerzeuge und Streichhölzer gehören ins Handgepäck. Beim Handgepäck reduzieren Sie sich bitte auf das Nötigste und führen, wenn möglich, nur eine Tasche pro Person mit", empfiehlt Laukenmann. Außerdem entlasteten Fluggäste die Prozesse, wenn sie den von vielen Fluggesellschaften angebotenen Vorabend- oder Online Check-in nutzen. So sparen sie am Abreisetag Zeit am Airport und können direkt durch die Sicherheitskontrolle gehen.

Gut organisiert zum Flughafen

Bei der Anreise mit dem eigenen Pkw sollten Passagiere vorab einen Stellplatz in einem der terminalnahen Parkhäuser reservieren - denn gerade in den Sommermonaten seien die Parkhäuser sehr hoch ausgelastet. Das erspart Zeit, sichert einen zugewiesenen Stellplatz und ist günstiger, als ein Ticket an der Schranke zu ziehen. Auch die Anreise mit öffentlichen Verkehrsmitteln bietet eine Alternative. "Der Flughafen Frankfurt ist bestens an das Netz der Deutschen Bahn angebunden. Regional- und Fernreisebusse halten zentral an den Terminals", so der Hinweis von Fraport.

Für Fluggäste, die es nicht geschafft haben, zu Hause online einzuchecken, stehen vor Ort neben den oftmals stark ausgelasteten Schaltern automatisierte Check-in-Terminals zur Verfügung. Auch die Koffer können automatisiert aufgegeben werden. Die Menüführung erkläre sich von selbst, und bei Fragen stehe Flughafenpersonal beratend zur Seite, heißt es bei Fraport.

"Bitte halten Sie alle notwendigen Dokumente wie Ausweispapiere, Reiseunterlagen sowie gegebenenfalls Impf- oder Testnachweise an allen Prozessstellen stets übersichtlich und griffbereit", betont Laukenmann. "Helfen Sie an den Sicherheitskontrollen mit, den Kontrollvorgang zu beschleunigen. Sortieren Sie Ihr Handgepäck vor: Laptops, Smartphones und andere elektronische Geräte müssen ausgepackt, Gürtel ausgezogen und Hosentaschen geleert werden."

Auch die Gepäckausgabe kann dauern

Fraport verweist darauf, dass es durch das hohe Fluggastaufkommen auch bei der Ausgabe des Gepäcks länger dauern könne. "Sollten Sie einen Koffer aufgegeben haben, planen Sie für Ihre Heimfahrt, bei der Buchung von Zugtickets und bei Verabredungen mit Abholern vorherige Wartezeiten ein", erklärt Laukenmann. Abholer sollten die Kurzzeitparkplätze am Terminal nur dann nutzen, wenn sie eine Ausfahrt innerhalb von zehn Minuten gewährleisten können.

Noch höhere Fluggastzahlen erwartet

Der Frankfurter Flughafen erwartet in den kommenden Tagen den stärksten Passagierandrang seit Beginn der Corona-Pandemie. Am ersten Ferienwochenende in Hessen und Rheinland-Pfalz (22. bis 24. Juli) sowie an weiteren Spitzentagen rechnet der Flughafenbetreiber Fraport mit bis zu 200.000 Passagieren pro Tag. Das sind etwa 75 Prozent des Vorkrisenniveaus. Täglich starten und landen in Frankfurt bis zu 1250 Flugzeuge mit 285 Reisezielen.

Am größten deutschen Flughafen hatte es in den vergangenen Wochen vor allem Probleme gegeben, weil bei den Bodenverkehrsdiensten Personal fehlt. Gepäck konnte häufig nicht rechtzeitig geladen werden, sodass laut Fraport in den Spitzen jeweils vierstellige Zahlen von Gepäckstücken liegen blieben und nachgesendet werden mussten.

Im Juni bedeuteten fünf Millionen Passagiere am Frankfurter Flughafen zwar den höchsten Monatswert seit Corona-Ausbruch, gleichzeitig waren das aber immer noch knapp ein Viertel weniger als im Juni 2019. Um die Situation zu entzerren, hat Lufthansa an ihren Drehkreuzen Frankfurt und München für die Sommermonate Juli und August fast 6000 Flüge gestrichen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 29. Juni 2022 um 10:08 Uhr.