Polizeifahrzeug vor der Ferrero Fabrik in Arlon | picture alliance/dpa/BELGA

Salmonellen in Schokolade Ermittlungen gegen Ferrero

Stand: 11.04.2022 15:39 Uhr

Nach dem Salmonellen-Ausbruch beim Süßwarenhersteller Ferrero ermittelt nun die belgische Staatsanwaltschaft. Das Unternehmen musste bereits eine Fabrik schließen - und hat inzwischen Fehler eingeräumt.

Die belgische Staatsanwaltschaft ermittelt nach einem Salmonellen-Ausbruch gegen den Süßwarenhersteller Ferrero. Die Ermittlungen stehen in Verbindung zu der belgischen Fabrik in Arlon, wie die Nachrichtenagentur Belga und andere Medien heute unter Berufung auf die Staatsanwaltschaft der belgischen Provinz Luxemburg berichteten.

Ferrero hatte die Fabrik in Belgien in der vergangenen Woche auf Anweisung der Behörden schließen müssen. Die Aufsichtsbehörde Afsca entzog dem Standort die Produktionslizenz, bis alle Regeln und Anforderungen der Lebensmittelsicherheit erfüllt seien. Außerdem wurden alle "Kinder"-Schokoladenprodukte, die in Arlon gefertigt wurden, zurückgezogen.

Salmonellen bereits im Dezember entdeckt

Inzwischen sind Hunderte Salmonellen-Fälle in ganz Europa mit dort produzierten Süßigkeiten in Verbindung gebracht worden. Nach dem Bekanntwerden der Fälle hatte der italienische Konzern Fehler im Umgang mit den Rückrufen einiger Produkte zugegeben. Ferrero räumte "interne Ineffizienzen" ein, "die dafür sorgten, dass es Verzögerungen bei den Rückrufen und beim Informationsaustausch gab".

Laut Fererro wurden die Salmonellen bereits am 15. Dezember 2021 in dem Werk entdeckt. Sie seien in einem Sieb am Auslass von zwei Rohstofftanks festgestellt worden. Die daraus gefertigten Produkte seien daraufhin zurückgehalten worden. Der Filter sei ausgetauscht worden, zudem seien Kontrollen der unfertigen und fertigen Produkte ausgeweitet worden.

"Zutiefst betrübt darüber, was passiert ist"

In der vergangenen Woche hatte das Unternehmen wegen des Salmonellen-Ausbruchs in etlichen Ländern Produkte seiner "Kinder"-Süßwarenserie zurückgerufen. Auch der deutsche Markt ist davon betroffen.

Verbraucherorganisationen haben Ferrero wegen seines Umgangs mit dem Fall kritisiert. "Wenn so ein Fehler passiert, muss die Bevölkerung sofort gewarnt werden", sagte Andreas Winkler von der Organisation Foodwatch. In der Mitteilung des Herstellers hieß es: "Ferrero ist zutiefst betrübt darüber, was passiert ist." Es werde im Unternehmen alles Mögliche getan, um das Vertrauen der Kunden nicht zu verlieren.

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell Radio am 11. April 2022 um 15:30 Uhr in den Nachrichten.