Eine Frau nimmt ein Paket Butter aus dem Kühlregal. | picture alliance / dpa

Höchster Anstieg seit 1949 Erzeugerpreise steigen in Rekordtempo

Stand: 20.05.2022 10:53 Uhr

Bereits im März waren die Preise für gewerbliche Produkte um fast 31 Prozent geklettert. Dieser Wert wurde nun nochmals deutlich übertroffen: Der Anstieg im April war der höchste seit Gründung der Bundesrepublik.

Die Erzeugerpreise sind laut den Berechnungen des Statistischen Bundesamts im April durchschnittlich um 33,5 Prozent zum April 2021 gestiegen. Das war der höchste Anstieg gegenüber einem Vorjahresmonat seit Beginn der Erhebung im Jahr 1949, dem Gründungsjahr der Bundesrepublik Deutschland.

Energiepreise um 87 Prozent gestiegen

Im März hatte die Veränderungsrate bei 30,9 Prozent gelegen und Februar bei 25,9 Prozent. Im Vergleich zum März sind die Preise im April um 2,8 Prozent geklettert. "Die aktuellen Daten spiegeln auch die Auswirkungen des Kriegs in der Ukraine wider", teilten die Statistiker mit.

Treibende Kraft waren wieder einmal die Energiepreise, die im April im Schnitt um 87 Prozent über dem Vorjahresniveau lagen. So mussten Kraftwerke für Erdgas mit einem Plus von 307 Prozent mehr als viermal so viel zahlen wie im April 2021. Für Industrieabnehmer wurde Erdgas 260 Prozent teurer und für Wiederverkäufer 170 Prozent.

Energie auf Monatssicht teilweise "günstiger"

Doch auch ohne Berücksichtigung der Energie legten die Erzeugerpreise um 16,3 Prozent zu. Ein klein wenig Hoffnung gibt es allerdings: So wurden von März auf April sowohl leichtes Heizöl (14,9 Prozent) als auch Kraftstoffe (6,8 Prozent) günstiger.

In vielen anderen Bereichen gehen die Preise dagegen weiter steil nach oben. Bei Nahrungsmitteln lag der Aufschlag im Schnitt bei 17,3 Prozent. Besonders stark stiegen die Preise für Butter mit plus 70,9 Prozent im Vergleich zum April 2021. Nicht behandelte pflanzliche Öle kosteten 70 Prozent mehr als im Vorjahr, Rindfleisch war 41,6 Prozent und Kaffee 30,8 Prozent teurer. Vorleistungsgüter wie Metalle oder Holz legten in der Jahresfrist um 26 Prozent zu. Die geringsten Preissteigerungen von 6,7 Prozent gab es hingegen bei den meist hochpreisigen Investitionsgütern wie Maschinen mit plus 7,6 Prozent oder Autos mit plus 4,9 Prozent.

Für die Konsumenten in Deutschland sind das insgesamt sehr schlechte Nachrichten, da sie sich auf anhaltend hohe Preissteigerungen einstellen müssen. Denn der Handel gibt bereits Teile davon an die Endverbraucher weiter. Die Produzentenpreise gelten als Vorläufer für die Entwicklung der allgemeinen Inflation. Diese war im April mit plus 7,4 Prozent so stark gestiegen wie zuletzt im Jahr 1981.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 20. Mai 2022 um 10:55 Uhr.