Windräder drehen sich hinter einer Biogasanlage.  | picture alliance/dpa/dpa-Zentral

Rekordmonat Februar Ideales Wetter für erneuerbare Energie

Stand: 28.03.2022 08:27 Uhr

Das teils stürmische, teils sehr sonnige Wetter in den ersten drei Monaten des Jahres hat die Stromerzeugung aus erneuerbaren Energien kräftig ansteigen lassen. Der Verband BDEW drängt auf einen schnelleren Ausbau.     

In den ersten drei Monaten des laufenden Jahres wurden rund 74,5 Milliarden Kilowattstunden Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt. Das sind fast 25 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum, wie das Zentrum für Sonnenenergie- und Wasserstoff-Forschung Baden-Württemberg (ZSW) und der Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) am Morgen mitteilten. Grund dafür waren das stürmische Wetter im Januar und Februar und der folgende sonnige März.  

Das stürmische Wetter habe im Februar mit 20,6 Milliarden Kilowattstunden sogar für einen neuen Rekordmonat in der Stromerzeugung aus Windenergie gesorgt, heißt es weiter. Erneuerbare Energien deckten im Januar und Februar insgesamt 54 Prozent des Stromverbrauchs.

"Ausbau viel zu langsam"  

"Der hohe Erneuerbaren-Anteil in den ersten Monaten dieses Jahres darf nicht darüber hinwegtäuschen, dass der Ausbau der Erneuerbaren viel zu langsam verläuft", sagte BDEW-Hauptgeschäftsführerin Kerstin Andreae. Vor dem Hintergrund des Kriegs in der Ukraine und der damit verbundenen Sorgen um die Energieversorgung sei es wichtig, schnell unabhängig von fossilen Energieträgern und damit auch russischen Importen zu werden. "Maßnahmen, um den Ausbau der Erneuerbaren massiv voranzutreiben, sind dringlicher denn je."

Unterdessen rechnet die Solarwirtschaft aufgrund der aktuellen Situation mit einem weiteren Anziehen der Nachfrage nach Sonnenstrom-Anlagen bei Eigenheimbesitzern. "Bei vielen unserer Mitgliedsunternehmen füllen sich gerade kräftig die Auftragsbücher", sagte der Hauptgeschäftsführer des Bundesverbandes Solarwirtschaft, Carsten Körnig.

"Solarisierung" soll beschleunigt werden

Körnig zufolge werden in Deutschland rund zehn Prozent des Stromverbrauchs aus Photovoltaik (PV) gedeckt. Insgesamt seien derzeit Anlagen mit einer Kapazität von rund 60 Gigawatt installiert. Im vergangenen Jahr, einem eher unterdurchschnittlichen Sonnenjahr, hätten die Anlagen rund 50 Terawattstunden Solarstrom erzeugt. 2021 wurden nach Verbandsangaben rund 5,5 Gigawatt an PV-Leistung neu installiert. Davon entfielen etwa 40 Prozent auf Ein- und Zweifamilienhäuser, rund 30 Prozent auf Gewerbedächer und 30 Prozent auf Solarparks.

Die Bundesregierung will die installierte Solarstromleistung bis 2030 um weitere rund 140 Gigawatt auf rund 200 Gigawatt erhöhen. Laut Körnig markiert dies "den unteren Rand dessen, was notwendig ist, um die im letzten Jahr verschärften Klimaschutzziele und den Kohleausstieg zu erreichen". Allerdings erforderte schon die Umsetzung dieses Zieles eine Verdrei- bis Vervierfachung der jährlich neu installierten Solarstromleistung.

Körnig warb für eine Beschleunigung der sogenannten Solarisierung. "Solaranlagen zählen zu den Kraftwerkstypen mit den vergleichbar kürzesten Planungs- und Realisierungsvorläufen." Die PV-Kapazität lasse sich bis zum Ende des Jahrzehnts vermutlich auch auf 250 Gigawatt und mehr steigern.