Gasflamme wird an einem Gasherd mit einem Streichholz entzündet | dpa

Rekorde nicht nur beim Öl Gaspreise schnellen zweistellig nach oben

Stand: 07.03.2022 12:08 Uhr

Wie der Ölmarkt reagierte auch der Markt für Erdgas heute heftig auf die Überlegungen insbesondere aus den USA, künftig auf Importe aus Russland zu verzichten.

Die jüngsten Entwicklungen im Ukraine-Krieg haben den Preis für Erdgas heute in Europa auf Rekordstände steigen lassen. Am wichtigen niederländischen Handelspunkt TTF wurde eine Megawattstunde zeitweilig für 345 Euro gehandelt - ein Plus von rund 60 Prozent. Zur Stunde ist die Notierung wieder auf rund 250 Euro zurückgefallen.

Die aktuelle Preisspitze hat den ohnehin rasanten Anstieg der Notierungen noch einmal deutlich beschleunigt. Seit Beginn des russischen Angriffs auf die Ukraine hat sich der Gaspreis in Rotterdam mehr als verdreifacht. Die Gasnotierungen steigen aber schon seit einigen Monaten, was die Kosten für Verbraucherinnen und Verbraucher und die Inflationsrate in die Höhe getrieben hatte. In der vergangenen Woche hatte die Notierung 200 Euro überschritten. Ende 2021 lag der Preis nach Angaben von Vergleichsportalen bei knapp 150 Euro je Megawattstunde. Im langjährigen Mittel bewegte er sich zwischen zehn und 25 Euro.

Überlegungen des Westens verunsichern

Bisherige Krisenszenarien an den Energiemärkten gingen vor allem von dem Risiko aus, dass der Kreml den Gashahn zudreht. Dafür sahen Experten allerdings angesichts des Devisenbedarfs Russlands nur begrenzte Wahrscheinlichkeiten.

Das umgekehrte Szenario aber, dass der Westen - koste es, was es wolle - auf Energieimporte aus Russland verzichten könnte, war in den Preiskalkulationen offensichtlich noch nicht enthalten.

Gas fließt weiter durch die Ukraine

Derweil fließt weiter Erdgas durch die Transitleitungen in der Ukraine nach Europa. Zu Wochenbeginn war die Pipeline nach Angaben des russischen Staatskonzerns Gazprom weiter hoch ausgelastet. Heute sollten 109,6 Millionen Kubikmeter Erdgas nach Europa geliefert werden, sagte Gazprom-Sprecher Sergej Kuprijanow der Agentur Interfax zufolge. Am Sonntag waren es 109,5 Millionen Kubikmeter. Die gelieferte Menge entspreche "den Anforderungen der europäischen Verbraucher".

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 07. März 2022 um 09:55 Uhr.