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Preiserhöhung bei EnBW Fast ein Drittel mehr für den Strom

Stand: 05.08.2022 15:02 Uhr

Millionen Stromkunden von EnBW müssen ab Oktober im Schnitt 31 Prozent mehr für Haushaltsstrom bezahlen. Der Versorger gibt die höheren Kosten am Energiemarkt an die Verbraucher weiter - und es könnte noch teurer werden.

Einer der größten Energieversorger Deutschlands verteuert den Strom für seine Kunden massiv. EnBW hebt die Preise im Grundversorgungstarif im Durchschnitt um 31,1 Prozent an, wie der Konzern heute ankündigte. Grund seien gestiegene Beschaffungskosten unter anderem infolge des Ukraine-Kriegs und der gedrosselten Gaslieferungen aus Russland. EnBW beliefert nach eigenen Angaben rund 5,5, Millionen Kunden mit Strom und Gas.

"Berücksichtigt man die Entlastung, die sich aus der Weitergabe des Wegfalls der EEG-Umlage ergibt, liegt das Preisniveau um 15,2 Prozent über Vorjahr", hieß es von dem Versorger. Die Tarife jenseits der Grundversorgung erhöht er in ähnlichem Umfang. Die Preisanpassung bewege sich im Mittelfeld des Marktes, so EnBW. Beim Wärmestrom etwa für Nachtspeicherheizungen sei derzeit keine Preisanpassung geplant.

Versorger will auf Sperrungen verzichten

Der EnBW sei klar, dass diese Preiserhöhung eine finanzielle Belastung für Kunden und Kundinnen darstelle, sagte die für den Vertrieb zuständige Vorständin Colette Rückert-Hennen. "Dennoch ist es für uns nicht möglich, unsere derzeitigen Preise beizubehalten. Grund dafür sind die massiv erhöhten Kosten am Energiemarkt." Seit 2020 hatte die EnBW die Strompreise zweimal gesenkt.

Finanziell schwer belasteten Haushalten solle im Winter nicht die Strom- und Gaszufuhr abgedreht werden, kündigte Rückert-Hennen an. "Denn wir möchten verhindern, dass sie durch Sperrungen in eine zusätzliche Notlage geraten", so die Vorständin. Hier würden andere Lösungen gesucht.

Zudem plant EnBW eine Spar-Prämie von einmalig 100 Euro für Gas-Bestandskunden, die im Vergleich zur Heizperiode des Vorjahrs mindestens zehn Prozent weniger Gas verbrauchen.

Der Versorger behält sich indes vor, die Preise noch weiter zu erhöhen. So unvorhersehbar wie die Lage an den Energiemärkten aktuell sei, "kann ich leider nicht ausschließen, dass sie weitere Anpassungen nötig machen wird", sagte Rückert-Henne der "Stuttgarter Zeitung" und den "Stuttgarter Nachrichten".

Strompreis dürfte weiter steigen

Die Strompreise hatten schon vor dem russischen Angriff auf die Ukraine deutlich zugelegt. Grund dafür war die konjunkturelle Erholung nach der Corona-Krise. Laut Bundesverband der Energie- und Wasserwirtschaft (BDEW) liegt der durchschnittliche Strompreis für Haushalte im Juli 2022 bei 37,30 Cent pro Kilowattstunde (kWh). Im Vorjahr habe er im Schnitt noch bei 32,16 Cent gelegen.

Nach Angaben des Vergleichsportals Verivox beträgt der aktuelle Durchschnitts-Strompreis rund 42 Cent pro Kilowattstunde. Die Preise für Haushalte seien in den vergangenen zwölf Monaten so stark gestiegen wie nie zuvor.

Über dieses Thema berichtete SWR Baden-Württemberg am 05. August 2022 um 17:00 Uhr.