Eine Euro-Münze in den Farben Europas | dpa

Umfrage zu digitalem Euro Datenschutz ist am wichtigsten

Stand: 14.04.2021 14:41 Uhr

Wenn der digitale Euro kommt: Was ist Verbrauchern und Experten dann am wichtigsten? Dazu hat die EZB Bürger und Verbände, aber auch Fachleute befragt. Die klare Antwort: der Datenschutz.

Der Schutz der Privatsphäre bei der Einführung einer digitalen Währung durch die Europäische Zentralbank hat für Verbraucher und Fachleute höchste Priorität. Das hat eine Umfrage der EZB ergeben. Die Währungshüter erwägen, die viel diskutierte digitale Variante des Euro in den kommenden Jahren einzuführen.

Ganz oben auf der Wunschliste der Bürger und Experten steht der Datenschutz. So nannten 43 Prozent der rund 8200 Befragten den Schutz der Privatsphäre als wichtigstes Anliegen. Es folgen der Bereich Sicherheit (18 Prozent), die Möglichkeit zur Zahlungsabwicklung im gesamten Währungsraum (elf Prozent), der Kostenfaktor (neun Prozent) und die Möglichkeit zur Offline-Nutzung unabhängig vom Internet (acht Prozent).

Privatleute und Experten befragt

Die Ergebnisse der Umfrage wurden am Mittwoch von der EZB in Frankfurt veröffentlicht. 94 Prozent der Befragten waren Privatleute, die übrigen Teilnehmer waren Experten aus Branchen wie Banken, darunter Zahlungsdienstleistern, Händlern und Technologieunternehmen. Fast die Hälfte der Antworten kam aus Deutschland, 15 Prozent aus Italien und elf Prozent aus Frankreich.

"Ein digitaler Euro kann nur erfolgreich sein, wenn er den Bedürfnissen der Europäer entspricht", so EZB-Direktor Fabio Panetta zu den Ergebnissen. "Wir werden unser Bestes tun, um sicherzustellen, dass ein digitaler Euro die Erwartungen der Bürger erfüllt, die in der öffentlichen Konsultation hervorgehoben wurden."

Virtuelle Geldbörse für schnelles Bezahlen

Der digitale Euro soll in einer Art virtueller Geldbörse aufbewahrt werden. Das Geld wird etwa bei Käufen mittels eines einfachen Verfahrens, zum Beispiel durch eine App oder einen QR-Code, in die Kasse des Verkäufers wandern. Dies soll sowohl online als auch offline möglich sein, ohne Internet etwa durch Bluetooth oder andere technische Lösungen.

E-Euros sollen auf einem separaten Konto verbucht werden können, also getrennt von den Einlagen auf einem normalen Girokonto. Faktisch soll dieses Konto bei der EZB liegen, doch von den Geschäftsbanken verwaltet werden. Der normale Verbraucher wird also wie beim Bar- und Buchgeld keinen direkten Zugang zur EZB haben.

Datenschutz versus illegale Aktivitäten

Die Befragten der EZB-Erhebung unterstützen ganz überwiegend Anforderungen zur Vermeidung illegaler Aktivitäten. Wert auf vollständige Anonymität legen deutlich weniger Befragte. Neue, innovative Dienstleistungen sollten nach ihrer Meinung in bestehende Bank- und Zahlungssysteme integriert werden. Rund ein Viertel der Befragten wollen, dass ein digitaler Euro grenzüberschreitende Zahlungen schneller und billiger macht. Der digitale Euro solle zudem - mit Einschränkungen - auch außerhalb des Euroraums nutzbar sein.

Die Umfrage der EZB wurde von Mitte Oktober bis Mitte Januar durchgeführt. Sie ist Teil von Überlegungen der Notenbank, eine digitale Variante des Euro einzuführen. Hintergrund ist der rasante Aufstieg anderer Digitalwährungen wie Bitcoin oder Ether. Im Gegensatz zu solchen privatwirtschaftlichen Kryptowährungen würde ein digitaler Euro von der EZB herausgegeben. Die Notenbank will Mitte 2021 entscheiden, ob das Vorhaben weiter verfolgt werden soll.