Ein Zapfhahn an einer Tankstelle mit der Aufschrift Diesel | FRIEDEMANN VOGEL/EPA-EFE/REX/Shu

Steigende Spritpreise Diesel-Kraftstoff 11 Cent teurer

Stand: 10.10.2022 14:52 Uhr

Für Autofahrer wird das Tanken wieder deutlich teurer. Vor allem der Dieselpreis macht binnen nur einer Woche einen Preissprung. Der ADAC kritisiert die aktuellen Preise als zu hoch.

Die Zeit fallender Spritpreise ist vorerst vorbei: Diesel hat sich binnen einer Woche um 11 Cent pro Liter verteuert. Auch Superbenzin legte deutlich zu, wie der ADAC heute mitteilte. Die Trendwende nach rund einem Monat fallender Preise dürfte auch mit dem steigenden Ölpreis an den Weltmärkten sowie der anziehenden Nachfrage nach Diesel und Heizöl zusammenhängen. Der Verkehrsclub hält die Preise allerdings für deutlich zu hoch.

Konkret kostete Diesel im bundesweiten Tagesdurchschnitt am Sonntag 2,121 Euro pro Liter. Das waren 11 Cent mehr als eine Woche zuvor. Superbenzin der Sorte E10 kostete im Schnitt 1,933 Euro pro Liter, ein Plus von 5,4 Cent.

Zum Anstieg kam es großteils in der zweiten Hälfte der vergangenen Wochen, nachdem der Ölverbund Opec+ eine Kürzung der Fördermengen beschlossen hatte. Als Folge stiegen die Ölpreise deutlich. Heute geben die Notierungen wieder etwas nach.

Ungewöhnlich starker Anstieg

"Vor zwei Wochen haben wir uns bei Benzin noch in Trippelschritten in Richtung einer Normalisierung bewegt, jetzt hat sich die Situation gedreht", sagte ADAC-Kraftstoffmarkt-Experte Jürgen Albrecht. "Seit der Opec-Entscheidung vergangene Woche ist insbesondere der Dieselpreis überdimensional stark gestiegen. Zwar gibt es Sondereffekte wie die steigende Heizölnachfrage und den Bedarf der Industrie als Gasersatz, doch auch das erklärt nicht, warum der Preis derart stark gesprungen ist."

Die Heizölnachfrage steigt derzeit tendenziell, weil viele Verbraucher fürchten, dass sich der Brennstoff wegen des Ukraine-Kriegs noch weiter verteuert. Deshalb füllen sie die Vorräte früher auf als üblich.

Durch den besonders starken Anstieg bei Diesel ist der Kraftstoff inzwischen 18,8 Cent teurer als E10. Das ist ein Rekord, sofern man die Phase der temporären Steuersenkung, die bei Benzin sehr viel stärker war als bei Diesel, außer Acht lässt. "Man darf dabei nicht vergessen, dass Diesel ja eigentlich um mehr als 20 Cent niedriger besteuert wird", so Albrecht.