Ein ICE der Deutschen Bahn fährt auf der Schnelltrasse Hannover-Göttingen im Landkreis Hildesheim vorbei an herbstlich verfärbten Bäumen (Aufnahme mit langer Verschlusszeit) | dpa

Mehr Sprinter-Züge Eine Alternative zum Fliegen?

Stand: 07.10.2021 11:03 Uhr

Mit zusätzlichen Sprinterverbindungen auf ausgewählten Strecken will die Deutsche Bahn mit ihrem neuen Fahrplan Inlandsflüge unattraktiver machen. Allerdings erhöht der Konzern auch die Preise.

Auf acht der zehn stärksten innerdeutschen Flugstrecken bietet die Bahn ab 2022 eine "schnelle und umweltfreundliche Alternative zum Flugzeug", teilte die Deutsche Bahn heute mit. Der neue Fahrplan der Bahn gilt ab dem 12. Dezember, Fahrkarten sind ab dem 13. Oktober erhältlich.

Zwischen Berlin und Köln werden Sprinter künftig dreimal täglich in unter vier Stunden und damit bis zu eine halbe Stunde schneller als bisher fahren. Schneller wird es auch auf der Strecke Düsseldorf-Köln-München und morgens von Hamburg zum Frankfurter Flughafen. Zwischen Berlin und München soll es neue Sprinter am Abend geben.

Geschäftskunden sollen angesprochen werden

Mit den "neuen Sprinterverbindungen am Tagesrand" wirbt die Bahn dabei auch um Geschäftskunden. So sei es möglich, "morgens frühere Termine wahrzunehmen und abends wieder zu Hause zu sein". Um der steigenden Zahl der Fahrgäste gerecht zu werden, will das Unternehmen zudem im kommenden Jahr mehr ICE 4 einsetzen, die 918 Reisende transportieren können. So soll schrittweise der IC ersetzt werden. Der XXL-ICE könne "fünfmal so viele Menschen befördern wie ein Mittelstreckenflugzeug", wirbt die Bahn.

Neu im Fahrplan 2022 ist die Fernverkehrslinie Dortmund/Münster-Siegen-Frankfurt/Main. Dort sollen doppelstöckige Intercity-Züge fahren. Auf anderen Verbindungen ersetzen ICE-Züge die Intercitys, etwa auf der Strecke Frankfurt/Karlsruhe-Stuttgart-Ulm-München. "Wir wollen noch mehr Bahn in der Fläche Deutschlands", erklärte Bahn-Fernverkehrschef Michael Peterson.

Die Preise steigen

Mit dem neuen Fahrplan erhöht die Bahn auch die Preise. Wie der Konzern bereits Anfang des Monats bekanntgegeben hatte, steigen sie zum Fahrplanwechsel um durchschnittlich 1,9 Prozent im Fernverkehr. Zugreisende müssen sich auch im Regionalverkehr auf höhere Fahrpreise einstellen. Für Fahrten außerhalb von Verkehrsverbünden werden ab 12. Dezember durchschnittlich rund 1,7 Prozent mehr fällig, wie der Tarifverband der Bundeseigenen und nichtbundeseigenen Eisenbahnen in Deutschland (TBNE) gestern mitgeteilt hatte. Dazu gehören neben der Deutschen Bahn unter anderem ihre Konkurrenten Abellio, Benex, National Express, Netinera und Transdev.

Die Preiserhöhung betrifft etwa 20 Prozent der Fahrten im Regionalverkehr, ansonsten gilt der Tarif der regionalen Verkehrsverbünde. Auch dort sind erste Erhöhungen angekündigt, in Rhein-Main beispielsweise um durchschnittlich 1,5 Prozent und in München um durchschnittlich 3,7 Prozent.