Ein Bus und eine Stadtbahn fahren in Hannover nebeneinander | dpa

Busse und Bahnen Städte gegen Jahreskarten-Erstattung

Stand: 09.04.2021 13:12 Uhr

Jahreskarten für Busse und Bahnen lohnten sich vor der Pandemie für viele Pendler. Jetzt müssen viele weiterzahlen, obwohl sie kaum fahren. Eine Erstattung sei nicht finanzierbar, so der Städte- und Gemeindebund.

Von Alfred Schmit, ARD-Hauptstadtstudio

Wenn es nach dem Städte- und Gemeindebund geht, bekommen Inhaber von Jahreskarten für den ÖPNV auch dann kein Geld zurück, wenn sie wegen der Corona-Krise kaum noch Gebrauch von Bus und Bahn machen oder machen können.

Alfred Schmit ARD-Hauptstadtstudio

Gerd Landsberg, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Städte- und Gemeindebundes, sagte im SWR-Interview der Woche, es sei zwar verständlich, dass Leute ihr Geld zurückhaben wollten, wenn sie kaum noch Bus und Bahn fahren. Aber die Kommunen würden dafür zu wenig Geld mit Ticketverkäufen einnehmen, so Landsberg.

Busse und Bahnen meist halbleer

Der ÖPNV sei an den meisten Orten nicht einmal zur Hälfte ausgelastet. Mit halbleer herumfahrenden Bussen und Bahnen komme einfach kaum Geld in die Kassen der Kommunen. "Ich kann das gut verstehen, aber ich muss auch offen sagen, dass es natürlich dem öffentlichen Personennahverkehr sehr schlecht geht", sagte Landsberg. "Die Auslastung liegt teilweise bei unter 50 Prozent - wenn es ganz gut läuft, knapp über 60 Prozent."

Das bedeute: "Wir werden auch weiter Mittel des Bundes und der Länder brauchen, um diesen ganz wichtigen Baustein auch für die Verkehrswende aufrechtzuerhalten. Da sehe ich jetzt nicht furchtbar viel Spielraum, auch noch diese Karten oder einen Teil des Geldes zurückzuzahlen."

Ruf nach weiteren Rettungsschirm

Damit auch künftig Busse und Bahnen in den Städten und Gemeinden fahren können, sei es daher weiter nötig, dies mit staatlichen Mitteln zu fördern. Landsberg forderte angesichts leerer Kassen in vielen Städten einen zweiten Rettungsschirm für die Kommunalfinanzen. Denn die Kommunen leisteten aktuell bei Gesundheits- und Ordnungsämtern viel für die Bewältigung der Corona-Krise. Bund und Länder müssten hier finanziell einspringen, damit Städte und Gemeinden auch Geld für künftige Investitionen bekämen.

Über dieses Thema berichtete B5 aktuell am 09. April 2021 um 13:05 Uhr.