Auf einem digitalen Heizungsregler wird das Frostzeichen angezeigt und signalisiert einen abgestellten Heizkörper.  | dpa

Bundesnetzagentur warnt "Gasverbrauch steigt zu stark"

Stand: 06.10.2022 12:38 Uhr

Der Gasverbrauch ist vorige Woche angestiegen - zu stark laut Bundesnetzagentur. Denn private Haushalte und kleine Gewerbekunden verbrauchten deutlich mehr, als für diesen Zeitraum im Durchschnitt der vergangenen Jahre üblich war.

Die Haushalte in Deutschland haben trotz der Energiekrise in der vergangenen Woche überdurchschnittlich viel Gas verbraucht. "Die Lage kann sehr ernst werden, wenn wir unseren Gasverbrauch nicht deutlich reduzieren", warnte der Chef des Bundesnetzagentur, Klaus Müller.

Nach den Zahlen der Aufsichtsbehörde lag der Gasverbrauch der privaten Haushalte und kleineren Gewerbekunden in der 39. Kalenderwoche mit 618 Gigawattstunden um fast zehn Prozent über dem durchschnittlichen Verbrauchsniveau von 564 Gigawattstunden in den Jahren 2018 bis 2021 im entsprechenden Zeitraum.

20 Prozent Einsparungen nötig

Der Verbrauch der Industriekunden lag laut Bundesnetzagentur in der vergangenen Woche mit 1370 Gigawattstunden nur noch gut zwei Prozent unter dem Niveau der Vorjahre. Ihr Verbrauch sinke allerdings nicht mehr so stark wie in der Vergangenheit.

Deutschland werde eine Gasnotlage im Winter ohne mindestens 20 Prozent Einsparungen im privaten, gewerblichen und industriellen Bereich kaum vermeiden können, betonte Müller: "Der Gasverbrauch ist auch letzte Woche zu stark angestiegen."

Die privaten Haushalte und kleineren Gewerbekunden sind in Deutschland für rund 40 Prozent des Gasverbrauchs verantwortlich. Die übrigen 60 Prozent entfallen auf die großen Industriekunden.

Die Bundesnetzagentur hatte noch am Dienstag mitgeteilt, dass die aktuellen Füllstände der Gasspeicher in Deutschland bei 92,08 Prozent liegen. Die Gasversorgung in Deutschland sei "im Moment stabil".

Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 06. Oktober 2022 um 12:00 Uhr in den Nachrichten.