Eine Person tankt ein Auto auf. | dpa

Weniger als zwei Euro Spritpreise sinken deutlich

Stand: 04.04.2022 12:53 Uhr

Bei den Spritpreisen deutet sich eine Entspannung an: Sowohl Superbenzin als auch Diesel haben sich innerhalb einer Woche spürbar verbilligt. Insgesamt bleibt das Preisniveau aber hoch.

Der Rückgang bei den Spritpreisen geht weiter: Der Preis für einen Liter Superbenzin sinkt unter die Marke von zwei Euro. Die Sorte E10 habe im bundesweiten Tagesdurchschnitt des Sonntags 1,987 Euro gekostet, teilte der ADAC mit. Am Samstag war die Zwei-Euro-Marke erstmals seit den Rekordhochs durch den Ukraine-Krieg unterschritten worden. Auch bei Diesel setzte sich der Rückgang fort. Am Sonntag kostete ein Liter des Kraftstoffs im Schnitt 2,045 Euro.

Damit hat sich der Abwärtstrend wieder beschleunigt. Seit Montag vergangener Woche hat sich Super E10 um 7,7 Cent pro Liter verbilligt, Diesel sogar um 12,8 Cent. "Der Wettbewerb wirkt, es geht in die richtige Richtung, in Richtung Normalmaß", hieß es dazu vom ADAC: Allerdings gebe es weiter großen Spielraum für Preissenkungen: "Der Preis für E10 müsste auf jeden Fall unter 1,90 liegen."

Rekorde bei Spritpreisen  

Die Spritpreise hatten in den ersten Wochen des Ukraine-Krieges Rekordhöhen erreicht. Zwischenzeitlich kostete Diesel laut ADAC im bundesweiten Tagesdurchschnitt 2,321 Euro pro Liter. E10 schlug mit 2,203 Euro zu Buche. Seither ging es wieder ein gutes Stück bergab, allerdings ist ein Liter Diesel nach wie vor 38,2 Cent teurer als vor Kriegsbeginn, E10 um 23,7 Cent.

Ob sich der Abwärtstrend verstetigt, hängt nicht zuletzt von der künftigen Entwicklung des Ölpreises ab. Zuletzt waren die Notierungen für die Sorten Brent und WTI gesunken. "In der letzten Handelswoche waren beide Preise um rund 13 Prozent gefallen, was dem stärksten Wochenverlust seit zwei Jahren entsprach, als die Preise wegen der Corona-Pandemie massiv unter Druck standen", so Carsten Fritsch, Rohstoffexperte bei der Commerzbank.

Aber der Krieg in der Ukraine kann jederzeit wieder für einen Preisschub sorgen, wenngleich Fritsch der Ansicht ist, ein Einfuhrstopp der EU für russisches Öl und Gas sei weiterhin unwahrscheinlich, da insbesondere Gas kurzfristig nicht ersetzt werden könne und daher schwerwiegende wirtschaftliche Folgen zu erwarten seien.   

März teuerster Tank-Monat

Nach Berechnungen des ADAC war der vergangene März der teuerste Tank-Monat aller Zeiten. Im Monatsmittel kostete ein Liter Super E10 2,069 Euro, ein Liter Diesel 2,140 Euro.  Binnen weniger Tage stiegen die Preise von Anfang bis Mitte März demnach massiv.

Der ADAC kritisierte, die Entwicklungen der Rohölnotierungen im März könnten die Preisentwicklung an den Tankstellen "nur zum Teil erklären". So kostete Öl der Sorte Brent nur kurzzeitig deutlich über 130 Dollar, sank aber im Verlauf des Monats März wieder auf 105 Dollar pro Barrel. Die Kraftstoffpreise dagegen seien über Wochen "massiv überteuert" geblieben. Auch aktuell seien sie in ihrer Höhe angesichts des gesunkenen Rohölpreises und des Dollar-Kurses "nicht mehr erklärbar".

Über dieses Thema berichtete mdr Aktuell am 04. April 2022 um 11:11 Uhr.