Eine Hand zieht Euroscheine aus einem Portemonnaie. | dpa
Überblick

Finanzen und Ausgaben Das ändert sich 2022 beim Geld

Stand: 31.12.2021 12:30 Uhr

Steuern, Mindestlohn, Unterhalt: Im neuen Jahr ändert sich einiges bei den Finanzen. Wo kann Geld gespart werden - und wo lauern mehr Ausgaben?

Von Hanna Heim, BR

Das neue Jahr könnte vor allem für Haushalte mit geringem Einkommen einige Verbesserungen bringen. Denn es steigen nicht nur der Mindestlohn und einige Sozialleistungen etwas an, sondern auch die Steuerfreibetragsgrenzen werden nach oben korrigiert.

So wird beispielsweise der Mindestlohn von derzeit noch 9,60 Euro auf 9,82 Euro erhöht. Allerdings hat Arbeitsminister Hubertus Heil (SPD) schon kurz nach seiner Amtseinführung angekündigt, er wolle ein zentrales Wahlversprechen seiner Partei einlösen und den Mindestlohn noch einmal stark anheben - auf zwölf Euro pro Stunde. Für eine Vollzeitstelle würden das etwa 250 Euro mehr Nettoeinkünfte im Monat bedeuten.

Haushalte mit wenig Geld werden etwas gestärkt

Auch die Arbeitslosengeld-II-Sätze - Hartz IV genannt -, das Wohngeld und der Kinderzuschlag werden jeweils um einige Euro angehoben; damit sollen die stetig steigenden Lebenshaltungskosten leichter zu stemmen sein. Allerdings kritisieren Sozialverbände, dass die Erhöhungen um einige wenige Euro viel zu knapp bemessen sind.

Für Kinder mit getrennt lebenden Eltern gibt es zusätzlich etwas mehr Unterhalt. Die sogenannte Düsseldorfer Tabelle wurde angepasst: Der Mindestunterhalt für Kinder bis sechs Jahren beträgt dann 396 Euro. Bisher waren das 393 Euro. Der Satz steigt mit dem Einkommen des unterhaltspflichtigen Elternteils. Keine Anhebung ist laut Bundesfinanzministerium beim Kindergeld geplant.

Strom und Gas bleiben eher teuer

Eine Veränderung, die fast alle deutschen Haushalte betreffen dürfte, sind die steigenden Energie- und Strompreise. Im vergangenen Jahr haben sich die Energiepreise in Deutschland im Schnitt um 35 Prozent verteuert; das hat das Vergleichsportal Verivox ausgerechnet.

Für das neue Jahr wird zwar mit etwas Beruhigung am Energiemarkt gerechnet, dafür aber steigt die CO2-Abgabe nochmals auf die dann vorerst endgültigen 30 Euro pro Tonne. Dieses Geld dürften die Energieversorger auf die Verbraucher umlegen. Einziges Trostpflaster ist die EEG-Umlage. Diese Förderung für nachhaltige Energien sinkt von derzeit 6,5 Cent pro Kilowattstunde ab Januar 2022 auf 3,723 Cent.

Grundfreibetrag bei Einkommensteuer wird angehoben

Ein wenig Entlastung ist auch durch die Einkommensteuer zu erwarten. Denn wie jedes Jahr wird hier der Grundfreibetrag etwas angehoben: Für Ledige steigt er auf 9984 Euro; erst wenn diese Grenze überschritten ist, ist das jährliche Einkommen zu versteuern. Das bedeutet ein Plus von 240 Euro gegenüber 2021. Verheirateten Paaren stehen 19.968 Euro zu, 480 Euro mehr als bisher.

Auch bei der Vorsorge tut sich etwas: Die steuerfreien Beiträge für eine Basis-Altersvorsorge werden nach oben korrigiert. Wer in die Rürup-Rente oder die gesetzliche Rentenkasse einzahlt, kann als Alleinstehende bis zu 25.639 Euro als Sonderausgaben beim Finanzamt angeben, Paare doppelt so viel.

Nachhaltige Investitionen werden erleichtert

Für Menschen, die noch mehr Geld in die Altersvorsorge stecken möchten, kommt möglicherweise eine Lebensversicherung in Frage. Hier senkt sich der Garantiezins auf 0,25 Prozent ab, sodass sich so ein Modell kaum noch lohnen dürfte.

Insofern lohnt es sich also, auf klassische Finanzprodukte umzusteigen. Hier haben die Banken ab August die Pflicht, ihre Kundschaft aktiv auf das Thema Nachhaltigkeit anzusprechen und ihr Angebote aus dem grünen Finanzbereich zu unterbreiten, die gleichzeitig auch den Ansprüchen an Sicherheit, Rendite und Liquidität entsprechen.

Über dieses Thema berichtete der NDR in der Sendung "Mein Nachmittag" am 15. Dezember 2021 um 16:10 Uhr.