Konzernzentrale des französischen Pharmakonzerns Valneva | AP

Vakzin von Valneva EMA prüft neuen Corona-Impfstoff

Stand: 02.12.2021 15:24 Uhr

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA will den Corona-Impfstoff des französischen Pharmaunternehmens Valneva beschleunigt prüfen. Er weist im Vergleich zu den bisher zugelassenen Vakzinen eine Besonderheit auf.

Die europäische Arzneimittelbehörde EMA hat mit der beschleunigten Prüfung des Corona-Impfstoffs VLA2001 des französischen Pharmaunternehmens Valneva begonnen. Die Prüfung finde als sogenanntes rollierendes Verfahren statt, teilte die in Amsterdam ansässige EU-Behörde mit. Bei dieser Vorgehensweise können die Experten der Behörde Daten aus laufenden Studien prüfen, sobald diese verfügbar sind. Es wird nicht wie sonst üblich gewartet, bis alle Daten der klinischen Studien vorliegen.

Überzeugend auch für Impf-Skeptiker?

Der Totimpfstoff enthält für die Immunisierung abgetötete Bestandteile des Coronavirus. Damit nutzt er eine ähnliche Technologie wie klassische Grippeimpfstoffe und muss daher nicht in Ultratiefkühlschränken gelagert werden.

Bislang ist in der EU noch kein Totimpfstoff gegen Corona zugelassen. Die Mittel von BioNTech/Pfizer und Moderna werden mit der neuartigen mRNA-Technologie hergestellt, die Mittel von AstraZeneca und Johnson & Johnson sind Vektorimpfstoffe. Traditionelle Totimpfstoffe stoßen bei Menschen wie dem deutschen Fußball-Nationalspieler Joshua Kimmich auf Interesse, die Vorbehalte gegen eine Immunisierung mit mRNA-Vakzinen oder Vektorimpfstoffen haben.

Ermutigende Zwischenergebnisse

Im Oktober hatte Valneva erste "positive" Ergebnisse aus der klinischen Phase-drei-Studie mit dem Impfstoff bekannt gegeben. Das Mittel sei wirksamer als der Impfstoff des britischen Konzerns AstraZeneca und "im Allgemeinen gut verträglich", hieß es.

Die EMA nannte keinen Zeitrahmen für eine mögliche Zulassung des Impfstoffs. Sobald genügend Daten vorliegen, kann das Unternehmen einen formellen Antrag auf Marktzulassung bei der EMA stellen.

Bis zu 60 Millionen Dosen

Bereits im vergangenen Monat hatte die EU-Kommission einen Vertrag über den Kauf von fast 27 Millionen Dosen VLA2001 im Jahr 2022 geschlossen. Der Vertrag beinhaltet auch die Möglichkeit, den Impfstoff an neue Varianten des Coronavirus anzupassen und bis zu 33 Millionen weitere Dosen im Jahr 2023 einzukaufen.

Die britische Regierung hatte im Gegensatz dazu im September einen Liefervertrag mit Valneva gelöst. Ein Grund für diese Entscheidung war demnach, dass für den Impfstoff keine Zulassung von der dortigen Zulassungsbehörde zu erwarten war.

Novavax ist schon etwas weiter

Ein weiterer Corona-Impfstoff könnte von Novavax kommen. Der US-Pharmakonzern beantragte Mitte November die Zulassung für seinen Impfstoff Nuvaxovid.

Neben den beiden genannten Impfstoffen prüft die EMA derzeit auch Sputnik aus Russland und Sinovac aus China in rollierenden Verfahren.

Über dieses Thema berichtete Brisant am 26. November 2021 um 17:15 Uhr.