Finanzmarktkrise USA

US-Finanzmarktkrise Freddie Mac braucht offenbar weitere Milliarden

Stand: 24.01.2009 06:32 Uhr

In den USA brauchen offenbar erneut große Unternehmen Hilfe vom Staat. Die zweitgrößte US-Hypothekenbank Freddie Mac benötigt möglicherweise 35 Milliarden Dollar (27 Milliarden Euro) vom US-Finanzministerium. Dies gehe aus den gegenwärtigen Schätzungen des Managements hervor, hieß es in einer Meldung des Unternehmens an die US-Börsenaufsicht SEC.

US-Immobilienfinanzierer Freddie Mac
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In der Krise: Der US-Immobilienfinanzierer Freddie Mac

Die Schätzung bedeutet, dass der unter staatlicher Aufsicht stehende Konzern am Jahresende möglicherweise einen noch höheren Verlust einfuhr als das Rekord-Defizit von gut 25 Milliarden Dollar (19 Milliarden Euro) im dritten Quartal. Die Größe der benötigten Finanzspritze könne jedoch noch deutlich von der genannten Summe abweichen, da die endgültige Bilanz derzeit noch nicht feststehe, hieß es.

Freddie Mac hatte bereits im vergangenen Jahr eine Kapitalspritze von 13,8 Milliarden Dollar erhalten (10,6 Milliarden Euro), um den massiven Ausfall von Immobilienkrediten verkraften zu können. Das Schwesterinstitut Fannie Mae signalisierte, dass es ebenfalls auf Unterstützung angewiesen sein könnte. Die Aufsichtsbehörden haben beide Unternehmen im September vergangenen Jahres in staatliche Obhut genommen.

Stichwort

Die Federal National Mortgage Association (FNMA) wurde 1938 als Teil einer Kampagne zur Erweiterung des sekundären Hypothekenmarktes gegründet, um den Anteil der Wohneigentümer in den USA zu erhöhen. Der Kongress rief 1970 die Federal Home Loan Mortgage Corp (FHLMC) ins Leben, um den hypothekenfinanzierten Hauskauf weiter zu fördern. Da sich die Abkürzungen nur schwer aussprechen lassen, bürgerten sich in Bankenkreisen die Spitznamen "Fannie Mae" bzw. "Freddie Mac" ein. Diese wurden später auch als offizielle Bezeichnungen übernommen. Die beiden größten Baufinanzierer des Landes haben Schuldverschreibungen von fünf Billionen Dollar in ihren Büchern. Das sind etwa die Hälfte der in den USA ausstehenden Hypotheken. Im Falle einer Pleite würde ein völliger Kollaps des US-Immobilienmarktes drohen.

Braucht Chrysler noch mehr Geld?

Chrysler (Foto: AP)
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Produktionshalle von Chrysler in Detroit (Archivbild)

Auch das Überleben des strauchelnden US-Autobauers Chrysler hängt offenbar von weiteren Staatshilfen ab. Nach Worten von Konzernchef Bob Nardelli braucht das Unternehmen zusätzlich drei Milliarden Dollar (2,3 Milliarden Euro). Weitere Kostensenkungen durch Zugeständnisse von Kreditgebern und Angestellten seien ebenfalls nötig, hieß es in einem Brief Nardellis an die Beschäftigten, Händler und Zulieferer, der der Nachrichtenagentur Reuters vorlag.

Die angestrebte Allianz mit Fiat sei zwar ein entscheidender Schritt, aber nur ein notwendiger Teil der Erholung. Chrysler hat bereits einen Notkredit über vier Milliarden Dollar (3,1 Milliarden Euro) von der US-Regierung erhalten. Um weitere Hilfen zu bekommen, muss Chrysler den US-Kongress von seiner langfristigen Überlebensfähigkeit überzeugen.

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