US-Dollar

Präsident Bush konkretisiert Rettungsplan 700 Milliarden sollen die Bankenkrise stoppen

Stand: 20.09.2008 16:24 Uhr

George Bush
galerie

US-Präsident Bush hat den Kongress um die Freigabe von 700 Milliarden Dollar gebeten.

Der Rettungsplan der US-Regierung, durch staatliche Mittel die Auswirkungen der Finanzmarktkrise zu lindern, nimmt konkrete Formen an. US-Präsident George W. Bush hat den Kongress um die Bewilligung von 700 Milliarden Dollar (circa 490 Milliarden Euro) gebeten. Mit dem Geld sollen den Banken Hypotheken abgekauft werden, deren Besitzer zahlungsunfähig geworden sind. Die Regierung soll ermächtigt werden, die Schulden für die kommenden zwei Jahre zu übernehmen. Ein entsprechendes Papier wurde an den Kongress weitergeleitet, so dass sich Abgeordnetenhaus und Senat bereits in der kommenden Woche über den Vorschlag beraten könnten.

Zur Finanzierung des Rettungspakets soll gleichzeitig die zulässige Obergrenze der Staatsverschuldung von derzeit 10,6 Billionen auf 11,3 Billionen Dollar angehoben werden. Bush betonte, seine Regierung wolle eng mit dem Kongress zusammenarbeiten, um die einschlägigen Gesetze so schnell wie möglich in Kraft treten zu lassen. Er habe sich zu diesen weitreichenden Schritten entschlossen, nachdem ihm das gesamte Ausmaß der derzeitigen Finanzkrise klar geworden sei, begründete Bush die Entscheidung.

Ankündigung sorgte für Kurssprünge

An den Börsen - wie hier in Frankfurt - sorgte der US-Rettungsplan für kräftige Gewinne
galerie

An den Börsen - wie hier in Frankfurt - sorgte der US-Rettungsplan für kräftige Gewinne. Auf Seiten der Steuerzahler sieht das wahrscheinlich anders aus.

Zuvor hatte allein die Ankündigung eines staatlichen Finanzpakets für eine Kursrallye an den Börsen weltweit gesorgt. Viele Finanzexperten warnten jedoch vor einer zusätzlichen finanziellen Belastung der US-Steuerzahler.

Die Commerzbank verwies dabei auf Erfahrungen mit derartigen Rettungsaktionen in anderen Ländern. "In Schweden kostete die Rettung der Banken Anfang der 90er-Jahre den Staat sechs Prozent des Bruttoinlandsprodukts." Sollte es den US-Staat, wie bei der schwedischen Rettungsaktion, sechs Prozent kosten, würde das einer Summe von etwa 850 Milliarden Dollar entsprechen, schreibt Commerzbank-Ökonom Bernd Weidensteiner in einer Studie. Eine Alternative zu dem geplanten Programm sah er dennoch nicht, da weiteres Abwarten und eine Verschärfung der Krise noch teurer hätten werden können.

Darstellung: