Die Zentrale von JP Morgan Chase in New York

Staat erhält 68 Milliarden Dollar Zehn US-Banken zahlen Staats-Milliarden zurück

Stand: 18.06.2009 08:34 Uhr

Zehn US-Großbanken haben sich durch die Rückzahlung von milliardenschweren Staatshilfen von der Kontrolle der amerikanischen Regierung befreit. JPMorgan Chase erstatte die von der Regierung erhaltenen 25 Milliarden Dollar auf einen Schlag zurück, teilte das Kreditinstitut mit.

Die Zentrale von JP Morgan Chase in New York

Stabil genug für Milliarden-Rückzahlung: die Bank JP Morgan Chase

Morgan Stanley und Goldman Sachs überwiesen jeweils zehn Milliarden Dollar an das Finanzministerium, American Express 3,4 Milliarden Dollar. Insgesamt flossen von den Banken über 68 Milliarden Dollar an das Finanzministerium zurück.

Bei Goldman Sachs und Morgan Stanley werde sich die Transaktion im Quartalsergebnis niederschlagen, kündigten die beiden Banken an. Bei Goldman Sachs werde das Ergebnis im zweiten Quartal etwa 77 Cent je Aktie geringer ausfallen, bei Morgan Stanley kommt es den Angaben zufolge zu einer einmaligen Belastung von 892 Millionen Dollar.

Regierung musste erst gefragt werden

Zehn der größten US-Banken hatten kürzlich die Erlaubnis erhalten, Staatshilfen an die Regierung zurückzuzahlen. Das US-Finanzministerium hielt die Bilanz der Institute für stabil genug und gab grünes Licht für die Rückerstattung von insgesamt 68 Milliarden Dollar.

Einige Institute müssen sich jedoch noch gedulden: So erhielten unter anderem die Bank of America und die Citigroup keine Genehmigung zur Rückzahlung. Viele Banken wollen die Gelder aus dem sogenannten TARP-Programm rasch zurückgeben, um den Einfluss der Regierung auf Managergehälter und Dividendenzahlungen zu beenden.

Washington will Stabilität sichern

Zudem haben einige Institute erklärt, sie benötigten keine Hilfen, und die Einmischung der Regierung sei ein Wettbewerbsnachteil. Dagegen will die Regierung sicherstellen, dass die Banken auch nach Rückzahlung der Gelder stark genug sind, die Wirtschaft mit Krediten zu versorgen.

Die US-Regierung hatte die Nothilfen aus dem Troubled Asset Relief Program ausgezahlt, als die Pleite der Investmentbank Lehman Brothers im vergangenen Herbst die Finanzmärkte erschütterte. Mit 125 Milliarden Dollar griff sie Großbanken unter die Arme, damit diese während der schwersten Wirtschaftskrise seit Jahrzehnten genügend Kapital für die Vergabe von Krediten haben.