Dollarnoten vor einer US-Fahne | dpa

Wirtschaft wächst im dritten Quartal um 2,7 Prozent USA entwickeln sich zur Konjunkturlokomotive

Stand: 29.11.2012 16:58 Uhr

Das Wirtschaftswachstum in den USA hat zwischen Juli und September deutlich angezogen. Das Bruttoinlandsprodukt lag nach Berechnungen des Handelsministeriums im dritten Quartal um 2,7 Prozent über dem Vergleichswert des Vorjahreszeitraums. Im zweiten Quartal hatte das Plus mit 1,3 Prozent nicht einmal halb so hoch gelegen.

Mit der Neuberechnung korrigierte die US-Regierung zugleich ihre erste Schätzung deutlich nach oben, die zunächst für das dritte Quartal ein Wachstum der Wirtschaftsleistung um 2,0 Prozent angenommen hatte. Als Hauptgrund für die Korrektur wurde angegeben, dass in den Lagern der Unternehmen mehr Waren liegen als bislang angenommen. Auch wenn sie noch nicht verkauft wurden, fließen sie doch in die Berechnung des Bruttoinlandsprodukts ein.

Deutsche Exporteure profitieren besonders

Mit dem deutlichen Aufschwung im Sommer entwickelt sich die US-Wirtschaft zu einem Hoffnungsträger für die Weltkonjunktur. Von der Entwicklung profitierten besonders deutsche Exporteure, die ihre Umsätze in den USA seit Jahresanfang um mehr als ein Fünftel steigerten. Für positive Stimmung auf den Weltmärkten sorgt zudem die Aussicht auf eine Einigung im Haushaltsstreit zwischen Präsident Barack Obama und den Republikanern. Sollte dies gelingen, wäre eine drohende Gefahr für die US-Wirtschaft abgewendet, die auch Folgen für die Nachfrage der US-Kunden nach internationalen Exportartikeln haben könnte.

Containerschiff im Hafen von Los Angeles

Exporteure profitieren von der steigenden Nachfrage in den USA.

Positive Beiträge zum starken Wirtschaftswachstum im dritten Quartal kamen vom Wohnungsbau und den Staatsausgaben. Auch die Exporte und die Konsumausgaben der Privathaushalte legten zu. Dagegen investierten die Unternehmen zum ersten Mal seit mehr als einem Jahr weniger Geld.

US-Wirtschaftswachstum (im Vergleich zum Vorjahreszeitraum)
Jahr Quartal Veränderung des Bruttoinlandsprodukts
2012 III. +2,7 Prozent
II. +1,3 Prozent
I. +2,0 Prozent
2011 IV. +4,1 Prozent
III. +1,3 Prozent
II. +2,5 Prozent
I. +0,1 Prozent
2010 IV. +2,4 Prozent
III. +2,6 Prozent
II. +2,2 Prozent
I. +2,3 Prozent
2009 IV. +4,0 Prozent
III. +1,4 Prozent
II. -0,3 Prozent
I. -5,3 Prozent
2008 IV. -8,9 Prozent
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KOMMENTARE

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Sasquatch 29.11.2012 • 23:41 Uhr

@ plittnitz

ERSTENS: Selbst wenn das wirklich eintreffen sollte und China plötzlich auf Platz 1 läge (vor den USA auf Platz 2): Es ist ja wohl immer noch ein himmelweiter Unterschied zwischen einem zweiten Platz und dem totalen Untergang der US-Industrie, den einige hier seit Jahren herbeizureden versuchen (und nur das wurde als Wunschdenken bezeichnet). ZWEITENS: Die genannte OECD-Studie beruht (wie hier im Forum ausführlich diskutiert wurde) in erster Linie auf schwer nachprüfbaren Angaben der chinesischen Propagandamaschine. Dieselbe OECD hat vor 25 Jahren auch schon mal (basierend auf ähnlichen Propagandameldungen) die DDR als eine der zehn führenden Industrienationen der Welt bezeichnet. DRITTENS: Der Große Steuermann Mao hatte bereits vor 60 Jahren angekündigt, die USA "spätestens 1965" zu überholen. DAS ist Wunschdenken.