Ein Tablet in einem Handy-Store zeigt das Huawei-Logo. | Bildquelle: RUNGROJ YONGRIT/EPA-EFE/REX

Vorinstallationen gestoppt Kein Facebook für Huawei?

Stand: 07.06.2019 18:34 Uhr

Facebook will seine Apps vorerst nicht mehr auf Huawei-Geräten vorinstallieren. Der Grund sind die seit Mai geltenden US-Sanktionen. Google setzt offenbar auf einen anderen Weg und will um Ausnahmen verhandeln.

Die Facebook-App ist eine der beliebtesten Apps auf Android-Smartphones. Sie darf auf neuen Geräten des chinesischen Herstellers Huawei nicht mehr vorinstalliert werden. Der Konzern begründete den Schritt damit, zuerst die von den USA verhängten Sanktionen gegen Huawei prüfen zu wollen. Huawei ist der zweitgrößte Smartphone-Anbieter der Welt und auch ein führender Netzwerkausrüster.

Besitzer können Dienste weiter nutzen

Betroffen sind auch Instagram und WhatsApp: beide Dienste gehören zu Facebook. Nutzer, die bereits ein Huawei-Telefon haben, sollen die App aber auch weiterhin nutzen und Updates herunterladen können. Ob die Käufer neuer Huawei-Geräte die Facebook-App selbst installieren können, ist unklar.

Andere Dienste wie Twitter oder bookings.com werden ebenfalls auf Huawei Geräten vorinstalliert. Aber weder Twitter noch bookings.com wollten sich äußern.

Huawei dürfte die Entscheidung von Facebook schmerzen, vor allem weil in Europa und Asien die Verkaufszahlen zuletzt sehr gut waren.

Huawei seit Mai auf schwarzer Liste

Konkurrent Google strebt dagegen offenbar eine Ausnahmegenehmigung für Geschäfte mit Huawei an, wie die Zeitung "Financial Times" berichtete. Dabei gehe es vor allem darum, die Smartphones der Chinesen mit dem Google-Betriebssystem Android versorgen zu dürfen.

Die USA hatten Mitte Mai den chinesischen Konzern auf eine schwarze Liste von Unternehmen gesetzt, deren Geschäftsbeziehungen zu US-Partnern strengen Kontrollen unterliegen. Die Begründung: Das US-Handelsministerium befürchtet eigenen Angaben zufolge, mithilfe der Huawei-Geräte könne der chinesischen Regierung Cyberspionage ermöglicht werden. US-Unternehmen, die US-Technik an Huawei verkaufen oder ihre Dienste zur Verfügung stellen wollen, benötigen nun eine Lizenz der US-Behörden.

Hauptargument Sicherheit

Allerdings gilt auch für Google, dass Besitzer eines Huawei-Handys bis Mitte August in vollem Umfang auf Updates und Apps zugreifen können. Für neue Geräte des chinesischen Anbieters gilt allerdings das Verbot.

Google strebt nun laut Zeitungsbericht an, die Lockerung über Mitte August zu verlängern oder gar eine komplette Ausnahme vom Handelsverbot durchzusetzen. Denn Huawei hat bereits angekündigt, bis Mitte des kommenden Jahres ein martkreifes eigenes Betriebssystem entwickeln zu wollen. Googles Hauptargument gegenüber den US-Behörden ist laut "Financial Times" die Sicherheit. Das neue chinesische Betriebssystem könnte mehr Software-Fehler aufweisen als das Android-System von Google und damit auch anfälliger für Hackerangriffe sein.

Mit Informationen von Marcus Schuler, ARD-Studio Los Angeles

Facebook stoppt Vorinstallation auf Huawei Handys
Marcus Schuler, ARD Los Angeles
07.06.2019 18:20 Uhr

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Über dieses Thema berichtete MDR Aktuell am 07. Juni 2019 um 18:40 Uhr.

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