Im Handelsstreit zwischen den USA und China zeichnet sich keine schnelle Lösung ab. | Bildquelle: AP

USA und China Neue Gespräche im Handelsstreit angesetzt

Stand: 05.09.2019 08:25 Uhr

US-Präsident Trump gibt sich im Handelskonflikt mit China weiter hart. Er werde nicht nachgeben - auch wenn die US-Wirtschaft darunter leide. Immerhin haben sich beide Seiten auf neue Gespräche geeinigt.

Im Handelsstreit zwischen den USA und China haben beide Seiten neue Verhandlungen vereinbart. Anfang Oktober solle es in Washington weitere direkte Gespräche geben, die ab Mitte September auf Arbeitsebene vorbereitet würden, teilte das Handelsministerium in Peking mit. Darauf hätten sich die Chefunterhändler in einem Telefongespräch verständigt. Ursprünglich waren die Gespräche bereits für diesen Monat vorgesehen.

Kurz zuvor hatte US-Präsident Donald Trump noch bekräftigt, nicht nachgeben zu wollen, selbst wenn darunter die amerikanische Wirtschaft leiden sollte. Er räumte im Weißen Haus ein, dass Amerikas Börsenindizes ohne den Konflikt deutlich höher stehen würden. "Aber jemand musste das machen. Für mich ist das viel wichtiger als die Konjunktur." Für China sei der Konflikt eine größere Last, und er gehe davon aus, dass Peking ein Handelsabkommen wolle. Die US-Wirtschaft sei weiter stark. Und selbst wenn es der Wirtschaft nicht gut ginge, so Trump weiter, "müsste ich das mit China trotzdem machen". Die USA seien nicht auf China angewiesen. "Wenn sie keinen Deal abschließen wollen, dann ist das in Ordnung. Wir werden sehen, was passiert."

Gespräche innerhalb regelmäßigen Dialogs

Nun aber telefonierten Chinas Unterhändler Liu He und der US-Handelsbeauftragte Robert Lighthizer sowie Finanzminister Steven Mnuchin miteinander. Beide Seiten kamen nach chinesischen Angaben überein, "gemeinsam konkrete Schritte zu unternehmen, um günstige Voraussetzungen für bilaterale Konsultationen zu schaffen". Die neuen direkte Gespräche sollen Anfang Oktober im Rahmen des regelmäßigen strategischen Wirtschafts- und Handelsdialogs beider Länder in Washington stattfinden.

Der Handelskrieg hinterließ in beiden Ländern schon deutliche Spuren: Sowohl in den USA als auch in China hat sich das Wirtschaftswachstum verlangsamt. Zudem bremst der Konflikt die Weltkonjunktur. Die Aktienmärkte sind beunruhigt. Viele Analysten warnen, der Konflikt könnte die US-Wirtschaft in eine Rezession schlittern lassen. Trump weist das als Angstmache und Lüge zurück. Für den Republikaner, der im November 2020 erneut gewählt werden will, wäre eine Rezession problematisch.

Auslöser des Handelskonflikts war die Verärgerung Trumps darüber, dass China weit mehr in die USA exportiert als umgekehrt. Er fordert eine Beseitigung von Marktschranken, kritisiert die Verletzung von Urheberrechten und den zwangsweisen Technologietransfer bei in China tätigen US-Unternehmen sowie staatliche Subventionen. Seit mehr als einem Jahr überziehen sich die beiden Länder deshalb gegenseitig mit Strafzöllen in Milliardenhöhe. Zuletzt wurden die Zölle am Sonntag erhöht.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 05. September 2019 um 08:00 Uhr.

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