Die chinesische Zentralbank in Peking

Abwertung des Yuan China weist Manipulationsvorwurf zurück

Stand: 06.08.2019 12:48 Uhr

Manipuliert China seine Währung als Vergeltung für die US-Strafzölle? Die Zentralbank in Peking will davon nichts wissen und macht den Markt für die Abwertung verantwortlich. Ökonomen warnen: Der Handelsstreit droht zu eskalieren.

Chinas Zentralbank hat den Vorwurf der Währungsmanipulation entschieden zurückgewiesen. Die jüngste scharfe Abwertung des Yuan sei durch den Markt bewirkt worden, heißt es in einer Erklärung der chinesischen Notenbank. China werde seine Währung nicht aus wettbewerblichen Gründen abwerten oder sie als Instrument im Handelskonflikt mit den USA einsetzen, erklärten die Währungshüter. Der Yuan-Kurs werde auf einem angemessenen, ausgewogenen Niveau gehalten.

Streit zwischen den USA und China nach Abwertung des Yuan
tagesschau 20:00 Uhr, 06.08.2019, Kerstin Klein, ARD Wasgington

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China hatte am Montag den Yuan abgewertet und erklärt, chinesische Unternehmen würden keine Agrargüter mehr aus den USA importieren. Beides wurde als Reaktion auf die vergangene Woche von US-Präsident Donald Trump verhängten Strafzölle angesehen.

US-Finanzminister Steven Mnuchin bezeichnete China daraufhin als "Währungsmanipulator". Er kündigte an, sich an den Internationalen Währungsfonds (IWF) zu wenden, um die "unfairen Wettbewerbsvorteile" zu beseitigen. Das Finanzministerium forderte Peking zudem auf, alle Währungsgeschäfte künftig mit größerer Transparenz und Fairness durchzuführen.

US-Präsident Donald Trump hatte zuvor auf Twitter kritisiert, China habe "schon immer die Manipulation seiner Währung genutzt, um unsere Unternehmen und Fabriken zu stehlen, unseren Arbeitsplätzen zu schaden" und die Löhne der amerikanischen Arbeiter zu drücken. "Damit ist jetzt Schluss."

Ökonomen in Sorge

Der Yuan war am Montag auf den tiefsten Stand zum US-Dollar seit mehr als elf Jahren gefallen. Ein Dollar hatte erstmals seit 2008 wieder mehr als sieben Yuan gekostet. Ein niedrigerer Wechselkurs zum Dollar verbilligt den Preis chinesischer Produkte im Ausland.

Ökonomen sehen die Eskalation mit Sorge. "Dies könnte der Anfang eines unumkehrbaren Handelskonflikts zwischen den beiden Ländern sein", sagte Marcel Fratzscher, Chef des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW). China habe immer schon seine Währung manipuliert. "Diese Manipulation aber nun durch den Handelskonflikt zu rechtfertigen, muss zwingendermaßen zu einer Eskalation mit den USA führen."

Bo Zhuang, Chefökonom bei der Unternehmensberatung TS Lombard, sieht dies ähnlich. Mit dem derzeitigen Wechselkurs sei "klar, dass China jetzt bereit ist, eine weitere Schwächung seiner Währung hinzunehmen".

Rodrigo Catril, Analyst der National Australia Bank, rechnet sogar mit dem Schlimmsten: "Ein Handelsabkommen zwischen China und den USA ist nach den jüngsten Ereignissen unwahrscheinlich." Die Spannungen würden eher noch zunehmen. 

Über dieses Thema berichtete tagesschau24 am 06. August 2019 um 10:00 Uhr.

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