Menschen beantragen Arbeitslosengeld in Los Angeles | Bildquelle: AP

US-Wirtschaft Arbeitslosenquote sinkt stärker als erwartet

Stand: 04.09.2020 15:51 Uhr

22 Millionen Jobs gingen in den USA während der Corona-Krise verloren. Jetzt geht die Arbeitslosenquote leicht zurück. Zahlen, die den US-Präsidenten freuen dürften, denn er braucht den Aufschwung für den Wahlkampf.

Die Arbeitslosigkeit in den USA ist im August stärker als erwartet zurückgegangen. Die Arbeitslosenquote sank von 10,2 Prozent im Vormonat auf 8,4 Prozent, wie das zuständige Ministerium mitteilte. Analysten hatten für August im Mittel nur einen Rückgang der Quote auf 9,8 Prozent erwartet.

Der bisherige Höchststand der Arbeitslosenquote in der Corona-Krise war im April mit 14,7 Prozent erreicht worden. Es war zugleich der höchste Wert seit Beginn der Aufzeichnungen nach dem Zweiten Weltkrieg. Seitdem ist die Quote den vierten Monat in Folge gesunken. Vor der Pandemie hatte die Quote in den USA noch bei 3,5 Prozent gelegen.

1,4 Millionen neue Stellen

"Diese Verbesserungen am Arbeitsmarkt spiegeln die anhaltende Wiederaufnahme der wirtschaftlichen Aktivität wider, die durch die Coronavirus-Pandemie und die Bemühungen zu ihrer Eindämmung gedrosselt war", erklärte die US-Behörde für Arbeitsmarktstatistik.

Neue Jobs seien unter anderem im öffentlichen Sektor geschaffen worden, insbesondere für die laufende Bevölkerungsbefragung, außerdem in Sektoren wie Einzelhandel, Gastronomie und Freizeit, Bildung und im Gesundheitssektor.

Laut US-Arbeitsministeriums entstanden im August 1,4 Millionen neue Stellen. Im Juli hatte diese Zahl bei 1,8 Millionen gelegen. In der Corona-Krise gingen insgesamt mehr als 22 Millionen Jobs verloren, von denen bislang etwa die Hälfte zurückgewonnen wurde.

Weiterhin viele Neuanträge auf Arbeitslosenhilfe

Trotz der leichten wirtschaftlichen Erholung bleibt die Lage auf dem US-Arbeitsmarkt angespannt: Gut 29 Millionen Menschen beziehen eine Form von Arbeitslosengeld, wie das Arbeitsministerium mitteilte. In der Woche bis einschließlich 29. August stellten demnach knapp 900.000 Menschen einen Neuantrag auf Arbeitslosenhilfe.

Die Anträge spiegeln die kurzfristige Entwicklung des Arbeitsmarkts wider. Vor der Zuspitzung der Pandemie im März war die Zahl der Neuanträge nur sehr selten über 100.000 gestiegen.

Noch immer werden in den USA täglich im Durchschnitt 40.000 Corona-Neuinfektionen gemeldet. In vielen Bundesstaaten gelten daher weiter Beschränkungen des Wirtschaftslebens, etwa für den Besuch von Restaurants und Bars. US-Präsident Donald Trump, der sich bei der Wahl am 3. November um eine zweite Amtszeit bewirbt, verspricht dennoch eine rasche Erholung der Wirtschaft. Die meisten Analysten sehen das allerdings skeptischer.

Noch in diesem Monat wollen sich Republikaner und Demokraten auf ein weiteres Konjunkturpaket verständigen. Die Verhandlungen dazu waren vor der Sommerpause vorerst gescheitert.

Könnte besser sein – der US-Arbeitsmarkt im August
Katrin Brand, ARD Washington
04.09.2020 16:17 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 04. September 2020 um 16:00 Uhr.

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