Bauer auf einem Sojafeld im US-Bundesstaat Illinois | Bildquelle: AFP

Hilfen im Handelsstreit Trump entschädigt US-Bauern

Stand: 24.07.2018 21:10 Uhr

Die Farmer in den USA bekommen die Folgen des Handelsstreits mit Zöllen und Gegenzöllen zu spüren. Die Regierung von Präsident Trump will sie deshalb mit bis zu zwölf Milliarden Dollar entschädigen.

Mit Milliardenhilfen für Bauern will die US-Regierung die Folgen des Handelsstreits mit China und anderen Staaten abfedern. Agrarminister Sonny Perdue kündigte ein Programm mit Zuschüssen in Höhe von bis zu zwölf Milliarden US-Dollar an - das sind umgerechnet rund 10,3 Milliarden Euro.

US-Agrarminister Sonny Perdue spricht bei einer Veranstaltung | Bildquelle: AFP
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Agrarminister Perdue will zahlreiche Bauern wegen des Zollstreits entschädigen.

Die finanzielle Unterstützung solle Schäden ausgleichen, die durch "illegale Vergeltungszölle" angerichtet würden, sagte Perdue. Jene Landwirte, die im Zuge der von US-Präsident Donald Trump geführten Handelskonflikte von erhöhten Zöllen auf ihre Exportware betroffen sind, werden denmnach entweder direkte Subventionen erhalten oder ihre überschüssige Ware an die Regierung verkaufen können.

Viele Farmer sollen von Hilfen profitieren

Das Geld soll demnach unter anderem an Soja-Farmer fließen, denen erhöhte chinesische Einfuhrzölle zu schaffen machen. Auch Produzenten von Milcherzeugnissen, Nüssen, Obst, Reis, Schweinefleisch und Sorghum-Hirse sollen von den staatlichen Hilfen profitieren.

Das Geld werde einer großen Anzahl Bauern dabei helfen, die "Kosten von Marktverwerfungen" zu schultern, sagte Perdue. Mitarbeiter seines Ministeriums erklärten, das Vorhaben könne ohne Zustimmung des Kongresses umgesetzt werden. Es handele sich um ein einmaliges Paket, das etwa zum Labor Day in Kraft treten solle, so Perdue. Der Labor Day findet immer am ersten Montag im September statt und fällt in diesem Jahr auf den 3. September.

Trump verteidigt seine Zollpolitik

Trump hatte Zölle auf Importe von wichtigen Handelspartnern verhängt, die ihrerseits mit Einfuhrabgaben auf Lebensmittel aus den USA reagierten. So hatte die US-Regierung unter anderem chinesische Waren im Wert von 34 Milliarden Dollar mit Zöllen belegt.

Chinas Regierung antwortete darauf mit Zöllen auf Sojabohnen und Schweinefleisch aus den USA - dies trifft besonders Bauern im Mittleren Westen der USA, einer Region, die bei der Präsidentschaftswahl 2016 mehrheitlich Trump ihre Stimme gab.

Trump erklärte über den Kurznachrichtendienst Twitter: "Zölle sind das Größte." Er hält Importzölle für ein Mittel der Industriepolitik, das heimische Firmen stärken und Arbeitsplätze zurück in die USA bringen könne. In einer Rede auf der Versammlung der Veteranenorganisation VFW in Kansas City sagte der Präsident, die Bauern würden am stärksten von seiner Handelspolitik profitieren. Er bemühe sich derzeit um bessere Handelsabkommen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk24 am 24. Juli 2018 um 22:00 Uhr.

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