Hafen von Shanghai | Bildquelle: dpa

Zölle gegen China USA verschärfen Handelsstreit

Stand: 30.05.2018 09:36 Uhr

Eigentlich sollte der Handelsstreit während der laufenden Verhandlungen ruhen, doch nun kündigten die USA erneut Zölle gegen China an. Peking reagiert verärgert und kündigte an, sich zu verteidigen.

China hat die Ankündigung von US-Präsident Donald Trump kritisiert, trotz der laufenden Handelsgespräche an milliardenschweren Strafzöllen festhalten zu wollen. Das Weiße Haus hatte am Dienstag erklärt, am 15. Juni werde eine Liste chinesischer Produkte veröffentlicht, die mit Zöllen im Gegenwert von insgesamt 50 Milliarden US-Dollar belegt werden sollten. "Kurz danach" sollten zusätzlich Zölle in Höhe von 25 Milliarden verhängt werden.

Die Einführung der Zölle waren im März bekanntgegeben worden, der Zeitpunkt war allerdings unklar. Das von Trump nun unterzeichnete Memorandum kommt nur gut eine Woche nach der Ankündigung von US-Finanzminister Steven Mnuchin, im Handelsstreit während der Verhandlungen mit China auf Zölle auf Stahl und Aluminium zu verzichten.

"Die Fähigkeit zur Verteidigung"

Peking verurteilt die Ankündigung des Weißen Hauses inmitten der Handelsgespräche. "Was auch immer die Vereinigten Staaten unternehmen, China hat die Fähigkeit und die Erfahrung, die Interessen der Chinesen und die Kerninteressen des Landes zu verteidigen", teilte das Pekinger Handelsministerium mit. Die Ankündigung der USA widerspreche der Vereinbarung, die beide Seiten zuvor in Washington erreicht hätten. Die Chinesen sprachen von einer "taktischen Erklärung" des Weißen Hauses.

In China tätige US-Firmen warnten derweil vor den Folgen einer Eskalation des Handelsstreits. Es bestünden ernsthafte Bedenken, "dass die Spannungen zu einem Handelskrieg mit Vergeltungsmaßnahmen von beiden Seiten eskalieren werden", heißt es in einem veröffentlichten Weißbuch der amerikanischen Handelskammer in Peking.

Auswirkungen auf Nordkorea-Konflikt?

Am kommenden Wochenende wird eine US-Delegation unter Führung von Handelsminister Wilbur Ross in Peking erwartet, um die Verhandlungen im Handelsstreit der beiden größten Volkswirtschaften fortzusetzen. Dieser Streit ist für die USA auch deswegen heikel, weil Washington im Atomstreit mit Nordkorea auf die Hilfe Pekings angewiesen ist.

Hickhack geht weiter: Neue Runde im US-Chinesischen Handelsstreit
Steffen Wurzel, ARD Shanghai
30.05.2018 08:58 Uhr

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Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 30. Mai 2018 um 06:50 Uhr.

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