Eine US-Flagge hängt an einem Kran auf einer Baustelle in Hollywood. | Bildquelle: dpa

Arbeitslosenquote sinkt US-Arbeitsmarkt erholt sich langsamer

Stand: 02.10.2020 16:02 Uhr

Die US-Arbeitslosenquote ist im September weiter gesunken. Die Zahl der neuen Stellen blieb aber hinter den Erwartungen zurück. Erst die Hälfte der Jobverluste infolge der Corona-Krise wurde bisher aufgeholt.

Einen Monat vor der Präsidentenwahl hat sich die Erholung auf dem US-Arbeitsmarkt verlangsamt. Im September schufen die Unternehmen nach Angaben der US-Regierung 661.000 neue Stellen außerhalb der Agrarsektors. Dieser Wert lag allerdings deutlich unter den Werten der Vormonate, in denen jeweils mehr als eine Million Arbeitsplätze entstanden waren. Experten hatten mehrheitlich einen stärkeren Aufwärtstrend erwartet.

Im März und April war die Zahl der Arbeitslosen in den USA infolge der Corona-bedingten Entlassungswelle sprungartig um 22,16 Millionen gestiegen. Seither sinkt sie zwar wieder. Aber die Zahl der Jobs liegt immer noch um 10,7 Millionen niedriger als vor der Corona-Krise. Das bedeutet, dass erst die Hälfte der verlorenen Arbeitsplätze durch die konjunkturelle Erholung wieder ausgeglichen werden konnte.

US-Arbeitsmarkt seit Jahresbeginn
MonatArbeitslosenquoteNeue Jobs (+) / Jobverluste (-)
September 20207,9%+661.000
August 20208,4%+1.489.000
Juli 202010,2%+1.761.000
Juni 202011,1%+4.781.000
Mai 202013,3%+2.725.000
April 202014,7%-20.787.000
März 20204,4%-1.373.000
Februar 20203,5%+251.000
Januar 20203,6%+214.000

Arbeitslosenquote sinkt

Die in einer getrennten Umfrage ermittelte Arbeitslosenquote in den USA sank im September von 8,4 auf 7,9 Prozent und damit stärker als von den meisten Experten erwartet. In der Corona-Krise war die Arbeitslosenquote auf den höchsten Wert seit Beginn der Aufzeichnungen geklettert und hatte im April mit 14,7 Prozent ihr Maximum erreicht. Seither sank sie zwar spürbar. Dennoch liegt sie immer noch mehr als doppelt so hoch wie vor Beginn der Pandemie.

Die Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt kann bei der Präsidentenwahl am 3. November eine wichtige Rolle spielen, bei der Amtsinhaber Donald Trump gegen Joe Biden von den Demokraten antritt. Die Frage ist, ob die Wähler Trump eher für das Ausmaß der Krise verantwortlich machen oder er stärker von der Erholung der vergangenen Monate profitieren wird. Die US-Notenbank (Fed) hat jüngst einen Strategieschwenk vollzogen, um wieder Vollbeschäftigung zu erreichen. Dabei hat sie auch die Integration von sozial benachteiligten Amerikanern in den Arbeitsmarkt im Blick.

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