Google Firmensitz in Mountain View, Kalifornien  | picture alliance / xim.gs

Milliardengewinne beim Internetkonzern Google findet seine Aktie zu teuer

Stand: 02.02.2022 10:22 Uhr

Der Tech-Gigant Google macht in der Pandemie glänzende Geschäfte. Er verdiente allein im Schlussquartal rund 21 Milliarden Dollar. An der Börse kostet die Aktie über 2700 Dollar - nun splittet der Konzern das Papier auf.

Von Angela Göpfert, tagesschau.de

Trotz seiner Größe ist Google alles andere als behäbig geworden. Der mit Abstand weltweit größte Suchmaschinenbetreiber wuchs auch im Schlussquartal 2021 mit einer fast unglaublichen Wachstumsrate. So sprang der Umsatz konzernweit um ein Drittel auf 75,3 Milliarden Dollar in die Höhe, wie der Google-Mutterkonzern Alphabet am Dienstagabend nach US-Börsenschluss mitteilte.

Vierter Rekordüberschuss in Folge

Unterm Strich erhöhte sich der Gewinn um 35 Prozent auf 20,6 Milliarden Dollar. Es war der vierte Rekordüberschuss in Folge. Analysten hatten dem Suchmaschinenbetreiber solch starke Zahlen nicht zugetraut.

Auch Anleger reagierten begeistert. Im nachbörslichen US-Handel schnellte die Alphabet-Aktie um bis zu acht Prozent in die Höhe, nachdem sie im regulären Handel bereits auf 2752,88 Dollar gestiegen war. Das Papier schickt sich damit an, seine Januar-Delle komplett auszubügeln und wieder Kurs auf sein Rekordhoch vom November (3019,33 Dollar) zu nehmen.

Was der Aktiensplit bedeutet

Der nominell teure Aktienkurs ist den Google-Managern jedoch ein Dorn im Auge, macht er die Titel doch weniger leicht handelbar und vor allem für Privatanleger als Anlageobjekt weniger attraktiv. Google kündigte daher gestern Abend einen Aktiensplit im Verhältnis 1 zu 20 an.

Das bedeutet: Anleger, die bereits Alphabet-Aktien halten, bekommen am 15. Juli 2022 für eine Google-Aktie 20 Papiere ins Depot gelegt. Der Aktienkurs wird entsprechend zum Stichtag durch 20 geteilt. So verändert sich der Anteil, den ein Anleger an dem Unternehmen und seinen Gewinnen hält, nicht.

Der Aktiensplit hat damit keine unmittelbaren Auswirkungen auf den Unternehmenswert und den Wert des Depots. Auch die Marktkapitalisierung bleibt gleich. Dafür wird das Papier leichter handelbar. Die Anzahl der kaufbaren Aktien wird erhöht, das Papier wird "liquider", wie es an der Börse heißt.

Pandemie macht "Big Tech" noch mächtige

Dabei zeigt der allein im vergangenen Jahr um 65 Prozent gestiegene Aktienkurs der Alphabet-Aktie, wie gut es dem Unternehmen geht. Der Konzern gehört zu den großen Nutznießern der Corona-Pandemie. Während die Menschen weltweit zuhause festsaßen, verbrachten sie mehr Zeit online. Die Unternehmen gaben deswegen mehr Geld für Internet-Werbung aus, um sie dort zu erreichen, wo sie sich vor allem aufhielten.

Alphabet-Finanzchefin Ruth Porat zufolge kam dem Konzern auch an anderer Stelle der Homeoffice-Trend zugute: Damit die Menschen statt im Büro von zuhause arbeiten konnten, brauchten Konzerne ebenso wie Privatleute mehr Speicherplatz und Anwendungen in der Cloud. Die Erlöse in der Cloud-Sparte legten im Schlussquartal um 45 Prozent auf 5,5 Milliarden Dollar zu.

Nicht wenige Experten glauben, dass diese Trends weit über die Pandemie hinaus Bestand haben und Google auch in Zukunft glänzende Geschäfte bescheren dürften. "Big Tech" dürfte damit noch größer werden - und damit auch die Kritik an Macht und Einfluss der Tech-Giganten auf die Gesellschaft weiter zunehmen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 01. Februar 2022 um 15:46 Uhr.