Reisende stehen am Berliner Flughafen Schönefeld am Security Check (Archivbild). | dpa

Warnstreiks an Flughäfen Flugausfälle und Verzögerungen

Stand: 14.03.2022 15:34 Uhr

Wegen des Warnstreiks des Luftsicherheitspersonals sind zahlreiche Flüge an mehreren Flughäfen gestrichen worden. Auch am Dienstag müssen Passagiere mit Ausfällen und Verzögerungen rechnen.

Flugreisende müssen sich heute und morgen an mehreren deutschen Flughäfen auf erhebliche Verzögerungen und Flugausfälle einstellen. Die Gewerkschaft ver.di hat das Sicherheitspersonal in der Passagier- oder Warenkontrolle zu ganztägigen Warnstreiks aufgerufen.

Heute sind die Flughäfen Köln/Bonn, Düsseldorf, Berlin, Bremen, Hannover und Leipzig/Halle betroffen. Seit 14 Uhr wird auch der Flughafen München bestreikt. Die Aktion in der bayerischen Landeshauptstadt soll erst am Dienstag um 24.00 Uhr enden.

Am Flughafen Düsseldorf haben Airlines rund 160 Flüge gestrichen - mehr als die Hälfte der geplanten Starts und Landungen, wie der Flughafen mitteilte. Auch am Flughafen Köln/Bonn wurden heute mehr als die Hälfte der regulären Flüge gestrichen. Am Hauptstadtflughafen BER fielen am Morgen ebenfalls zahlreiche Flüge aus.

Auch morgen wird gestreikt

Für morgen hat die Gewerkschaft Beschäftigte der Sicherheitsdienste an den Flughäfen Frankfurt am Main, Hamburg, Stuttgart und Karlsruhe/Baden-Baden zur Arbeitsniederlegung zwischen 2.00 Uhr morgens bis 23.00 Uhr und aufgerufen.

Fluggäste sollten sich bei den Fluggesellschaften über Verspätungen oder Ausfälle informieren und mehr Zeit für ihre Reise einplanen, empfiehlt etwa die Flughafengesellschaft Berlin-Brandenburg (FBB).

In Frankfurt werde der Flugbetrieb morgen erheblich beeinträchtigt, da die Sicherheitskontrollen außerhalb des Transitbereichs komplett geschlossen werden, teilte der Betreiber Fraport mit. Daher kann niemand von Frankfurt aus einen Flug antreten. Nur Umsteigepassagiere können ihr Reise fortsetzen, wenn ihre Flüge stattfinden. Bei den Transitprozessen rechne man mit Verzögerungen. Die Lufthansa gab an, 48 Abflüge ab Frankfurt gestrichen zu haben.

Drei Verhandlungsrunden ohne Ergebnis

Die Warnstreiks sind Teil des Tarifkonflikts zwischen ver.di und dem Bundesverband der Luftsicherheitsunternehmen (BDLS). Die Gewerkschaft verhandelt mit dem Arbeitgeberverband über einen neuen Tarifvertrag für bundesweit rund 25.000 Sicherheitskräfte. Bisher hat es drei ergebnislose Verhandlungsrunden gegeben. Beide Seiten wollen sich am 16. und 17. März in Berlin zu weiteren Verhandlungen treffen.

Schon Ende Februar hatte es an einzelnen Flughäfen Warnstreiks gegeben. Anfang März hatte die dritte Runde ebenfalls kein Ergebnis gebracht. Ver.di bezeichnet das Angebot der Arbeitgeberseite als "unzureichend". Der BDLS hatte zuletzt zwar von Annäherungen gesprochen, die Vorstellungen lägen aber noch weit auseinander.

Streikaufruf "nicht verhältnismäßig"

Ver.di will einen Vertrag für zwölf Monate und darin die Stundenlöhne um mindestens einen Euro erhöhen. Die Gehälter der Gepäck- und Personalkontrolleure sollen das Niveau der Beschäftigten bei der Passagierkontrolle erreichen, Beschäftigte in der Flugzeugbewachung und der Bordkartenkontrolle bundesweit einheitlich bezahlt werden. Der Flughafenverband ADV kritisierte den Streikaufruf als "nicht verhältnismäßig". "Wir appellieren an die Tarifpartner, zu den strittigen Punkten eine Übereinkunft am Verhandlungstisch zu suchen", sagte ADV-Hauptgeschäftsführer Ralph Beisel.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 14. März 2022 um 06:25 Uhr.