Volkswagen testet autonomes Fahren

Automatisiertes Fahren VW vertieft Kooperation mit Microsoft

Stand: 11.02.2021 15:02 Uhr

Volkswagen möchte seinen Kunden automatisierte Fahrfunktionen schneller anbieten. Dazu wollen die Wolfsburger noch enger mit dem US-Softwareriesen Microsoft zusammenarbeiten.

Volkswagen baut seine bereits seit 2018 laufende Kooperation mit Microsoft weiter aus und treibt so die Entwicklung von Software für automatisiertes Fahren voran. Gemeinsam wollen die beiden Konzerne eine Plattform aufbauen, die Automated Driving Platform, um Fahrerassistenzsysteme und automatisierte Fahrfunktionen für Pkw der Marken des Konzerns "effizienter" zu entwickeln, wie VW mitteilte.

Ziel sei es, die Kenntnisse des US-Konzerns im Bereich Cloud Computing und Software Engineering bei der Entwicklung von Anwendungen für computergesteuerte Wagen zu nutzen, erklärte Volkswagens Softwarechef Dirk Hilgenberg.

VW verspricht sich davon kürzere Entwicklungszyklen bei Fahrerassistenzsystemen, automatisierten Fahrfunktionen und Software-Updates, die wie bei Tesla übers Internet aufgespielt werden. "Diese Funktionalität muss da sein. Wenn man das nicht kann, wird man Boden verlieren", sagte Hilgenberg zu Reuters.

Herbert Diess (l), Vorstandsvorsitzender Volkswagen und Microsoft-CEO Satya Nadella

Herbert Diess (l.) und Satya Nadella kooperieren schon länger.

Keinen Zugriff auf VW-Daten

Microsofts Cloud-Vizepräsident Scott Guthrie verglich das mit Smartphones, die inzwischen regelmäßig im Hintergrund Updates vornähmen. "Es ist eine sehr tiefgreifende Partnerschaft", so der Microsoft-Manager.

Neben der sicheren Übertragung von Daten bringt der Software-Konzern auch seine Fähigkeiten bei künstlicher Intelligenz mit. Zugriff auf die VW-Daten bekomme Microsoft nicht, betonte Guthrie.

Die neue Tech-Konkurrenz

Microsoft ist einer der wenigen Tech-Riesen ohne ein eigenes Autoprojekt. Die Alphabet-Tochter Waymo etwa gehört zu den führenden Firmen in puncto automatisiertes Fahren. Amazon kaufte 2020 das Roboterwagen-Start-up Zoox, und auch das Apple Car machte zuletzt wieder von sich reden.

Die Autobranche und damit auch die etablierten Autohersteller sind an einem Wendepunkt angelangt: Die Industrie stellt sich auf eine Zukunft ein, in der Software die Hauptrolle spielt und ein Auto mit Updates permanent verbessert werden kann.

Dabei konkurrieren die traditionellen Autounternehmen mit großen Tech-Konzernen um den Zugang zu den Kunden und damit auch um künftige Dienste-Erlöse.

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 11. Februar 2021 um 14:21 Uhr.