Ein Mann mit Maske vor dem Logo von Toyota | AP

Auch im Corona-Jahr 2021 Toyota lässt VW weit hinter sich

Stand: 28.01.2022 12:13 Uhr

Der Volkswagen-Konzern hat im vergangenen Jahr deutlich weniger Autos verkauft als 2020. Grund waren fehlende Bauteile. Dass es auch anders geht, zeigt der Konkurrent Toyota, der seine Position als Weltmarktführer ausbaute.

Der japanische Toyota-Konzern hat im vergangenen Jahr beim globalen Absatz seinen Spitzenplatz verteidigt und dabei den Abstand zu seinem Rivalen Volkswagen erheblich ausgebaut. Das Unternehmen verkaufte weltweit 10,5 Millionen Fahrzeuge und damit zehn Prozent mehr als im Vorjahr. Zu dem Konzern gehören auch der Kleinwagenspezialist Daihatsu und der Nutzfahrzeughersteller Hino Motors.

Rivale VW hatte im vergangenen Jahr dagegen einen Absatzrückgang von 4,5 Prozent auf 8,88 Millionen Fahrzeuge hinnehmen müssen. Die Chipkrise und weitere Zulieferprobleme hatten die Verkäufe von Volkswagen im zweiten Corona-Jahr 2021 noch einmal spürbar abrutschen lassen.

Der Abstand zwischen Volkswagen und Toyota hat sich also deutlich auf gut 1,6 Millionen Fahrzeuge vergrößert. Im Jahr 2020 hatten sich die Japaner wieder auf den ersten Platz der weltweiten Rangliste geschoben und einen Vorsprung von rund 350.000 Fahrzeugen erarbeitet. In den Jahren 2016 bis 2019 hatte hingegen Volkswagen noch vor Toyota gelegen, wenn auch nur knapp.

GM abgeschlagen

Der US-Konzern General Motors hat sich inzwischen völlig aus dem Rennen um die weltweite Nummer eins verabschiedet. Zwar hat GM noch keine weltweiten Absatzzahlen für Gesamtjahr 2021 vorgelegt. Doch im vergangenen Jahr wurde GM erstmals auf seinem Heimatmarkt von Toyota als Marktführer abgelöst. Zuvor hatten die Amerikaner diesen Titel für 90 Jahre inne gehabt.

Toyota setzte im abgelaufenen Jahr 2,3 Millionen Fahrzeuge in den USA ab, ein Plus von zehn Prozent. General Motors verbuchte einen Rückgang um 13 Prozent auf 2,2 Millionen Fahrzeuge. GM war zuletzt im Jahr 2011 der absatzstärkste Autohersteller der Welt gewesen.

Die Wissenschaft hat es gewusst

Die meisten Autohersteller kämpfen seit Mitte vergangenen Jahres mit massiven Problemen bei der Versorgung von Zulieferteilen, insbesondere Halbleitern. Eines der Erfolgsgeheimnisse der Japaner ist dabei offenbar der besonders hohe Anteil der eigenen Wertschöpfung am Endprodukt. Nach Berechnungen von Hans-Erich Müller, Professor an der Hochschule für Wirtschaft und Recht Berlin aus dem Jahr 2019, rund ein Jahr vor Beginn der Pandemie, stammen bei Toyota nur 24 Prozent der Wertschöpfung von externen Lieferanten.

In einer Studie der Hans-Böckler-Stiftung wurde der Wissenschaftler mit den Worten zitiert: "Nicht Outsourcing, sondern die Entwicklung der Partnerbeziehungen zu Lieferanten, Mitarbeitern und Kunden gehört zu den Erfolgsgeheimnissen von Toyota." Und weiter: "Man ist sich bewusst, dass Outsourcing technische Stärken und Kernkompetenzen aushöhlen kann".

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 28. Januar 2022 um 17:38 Uhr.