Mitarbeiter bauen im Karosseriebau im VW Werk Türen, Kotflügel und Motorhauben an Volkswagen an (Archivbild). | dpa

Einigung mit Betriebsrat VW streicht Tausende Stellen

Stand: 15.03.2021 10:06 Uhr

Volkswagen will bis 2023 seine Kosten weiter senken. Dabei plant der Autokonzern vor allem Stellenstreichungen - vorrangig über Altersteilzeit. Wie viele Mitarbeiter genau betroffen sind, steht noch nicht fest.

Nach dem im Dezember beschlossenen neuen Sparprogramm hat sich Volkswagen nun mit dem Betriebsrat über erste konkrete Schritte zur Umsetzung geeinigt. Demnach sollen Angebote zur Altersteilzeit nun auch für den Jahrgang 1964 geöffnet werden. Zudem sollen älteren Beschäftigten neue Angebote für einen Vorruhestand unterbreitet werden.

Wieviele Stellen auf diese Weise eingespart werden, hängt davon ab, wie viele Arbeitnehmer die Angebote letztlich annehmen. In einer internen Mitarbeiterinformation, die Deutschen Presse-Agentur vorliegt, rechnet der Betriebsrat vor, dass über die zusätzlichen Altersteilzeitprogramme "eine niedrige vierstellige Zahl von Beschäftigten" aufhören könnte. Das "Handelsblatt" berichtet unter Berufung auf Unternehmenskreise, dass bis zu 5000 Arbeitsplätze zur Disposition stünden. Rund 3000 Mitarbeiter könnten von dem Angebot einer vorzeitigen Altersteilzeit Gebrauch machen.

Nur sozialverträglicher Stellenabbau

Dem Betriebsrat zufolge könnten zudem bis zu 900 Beschäftigte kurzfristig in Rente gehen. Eine VW-Sprecherin und ein Sprecher des Betriebsrates sagten übereinstimmend, dass es sich nicht um eine neue Runde des Stellenabbaus handele. Tatsächlich sind betriebsbedingte Kündigungen bei Volkswagen bis zum Jahr 2029 ausgeschlossen.

Ein Stellenbau in den deutschen VW-Werken kann deshalb nur sozialverträglich erfolgen, wie etwa ein Angebot zur Altersteilzeit. Frühere Jahrgänge können davon schon seit geraumer Zeit Gebrauch machen. Weil das aber noch nicht alle betroffenen Mitarbeiter getan haben, soll der Druck auf sie erhöht werden, nun doch zu gehen.

Hintergrund der Beschlüsse ist, dass die Kosten bei Volkswagen im Vergleich zur Konkurrenz als zu hoch gelten. Im Dezember hatte das Management um Vorstandschef Herbert Diess deshalb beschlossen, bis 2023 die Fixkosten im Unternehmen um insgesamt fünf Prozent zu senken. Als Etappensieg des Betriebsrats galt dabei die Zusage des Vorstands, neue Einsparungen nur im Rahmen bestehender Programme umzusetzen und dabei vorrangig die seit Jahrzehnten bei VW übliche Praxis der Altersteilzeit zu nutzen. Zu den aktuellen Vereinbarungen zählt auch eine Verlängerung des sogenannten "Level Freeze"-Programms, mit dem Personalobergrenzen eingefroren werden.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 15. März 2021 um 06:36 Uhr.