VW Markenchef Ralf Brandstätter

Erweiterte Klimaziele VW investiert in Ökostrom-Projekte

Stand: 29.04.2021 16:38 Uhr

Beschleunigte Elektro-Offensive und Ökostrom: VW konkretisiert sein Ziel, bis 2050 CO2-neutral zu werden. Unter anderem plant der Autobauer zusammen mit RWE einen Solarpark.

VW will den Ausbau erneuerbarer Energien stärker unterstützen - unter anderem mit einem eigenen Solarpark. Wie die Hauptmarke des Wolfsburger Autokonzerns mitteilte, sind bereits erste Projekte mit dem Energiekonzern RWE vertraglich vereinbart.

Den Anfang mache eine Solaranlage im mecklenburgischen Tramm-Göthen mit einer Gesamtkapazität von 170 Millionen Kilowattstunden pro Jahr, die bis Ende 2021 realisiert werden solle. Mit knapp 420.000 Solar-Modulen sei dies das größte unabhängige Solarprojekt in Deutschland.

"Bilanziell CO2-neutral"

Europaweit will VW bis 2025 rund 40 Millionen Euro in neue Wind- und Solarparks stecken. Alle Projekte zusammen sollen dann rund sieben Terawattstunden an zusätzlichem Ökostrom erzeugen. "Wir unterstützen zwischen 2021 und 2025 mit mehr als 40 Millionen Euro den Aufbau von Wind- und Solarparks", erklärt Ralf Brandstätter, Markenchef von Volkswagen.

Sieben Terawattstunden entsprächen in etwa 300 Windrädern und würden den Strombedarf von jährlich 600.000 Haushalten decken. "Damit sollte es uns gelingen, unsere vollelektrische ID-Flotte in Europa auch bilanziell CO2-neutral zu stellen", so der Manager. Insgesamt will das Unternehmen bis spätestens 2050 bilanziell klimaneutral sein.

Fahrplan für die Dekarbonisierung

"Insgesamt werden wir in den nächsten fünf Jahren 14 Milliarden Euro in die Dekarbonisierung von Volkswagen investieren", ergänzt Brandstätter. Dies umfasse zum Großteil (13 Milliarden Euro) den weiteren Ausbau der Palette elektrifizierter VW-Modelle, aber auch ergänzende Projekte, etwa für eine CO2-ärmere Fertigung.

Zuletzt hatten die Wolfsburger für ihre Hauptsparte mit elf Milliarden Euro für die E-Mobilität bis inklusive 2025 kalkuliert. Im Konzern belaufen sich die zugehörigen Investitionen auf 35 Milliarden Euro. Die VW-Gruppe war bisher für schätzungsweise ein Prozent der weltweiten CO2-Emissionen verantwortlich.

Fahrplan auch für China

Auch bei den Fahrzeug-Modellen erhöht Volkswagen die Ziele: Um die schärferen Klimavorgaben der EU zu erfüllen, wollen die Wolfsburger den Anteil an E-Fahrzeugen am Gesamtabsatz bis 2030 von ursprünglich geplanten 35 Prozent auf 55 Prozent erhöhen. Das seien mehr als 300.000 Fahrzeuge zusätzlich pro Jahr und entspreche der Kapazität einer ganzen Fabrik.

Bis zum Ende des Jahrzehnts sollen in Europa mindestens 70 Prozent aller Neuwagen mit VW-Logo Elektrofahrzeuge sein, in Nordamerika und China jeweils mehr als die Hälfte.

Für das Werksnetz werden die internen Klimaziele ebenso angehoben. Der CO2-Fußabdruck der Fertigung soll sich bis 2025 verglichen mit 2015 halbieren, ab 2030 sollen dann sämtliche Fabriken weltweit, China vorerst ausgenommen, mit Ökostrom versorgt werden.

China sei energiepolitisch in einer Sondersituation, so Brandstätter. "Aber auch hier wird der Anteil erneuerbarer Energien schnell ansteigen." Für die jetzt gebaute neue E-Auto-Fabrik in Anhui gelte: "Das Werk wird ausschließlich mit grünem Strom betrieben werden." Es gebe auch in China einen klaren Fahrplan.

Über dieses Thema berichtete NDR 1 Niedersachsen am 29. April 2021 um 15:00 Uhr.