Leere Starbucks-Filiale in Berlin

Umsatz- und Gewinnrückgang Corona stoppt Starbucks-Expansion

Stand: 27.01.2021 13:11 Uhr

Jahrelang war Starbucks rasant gewachsen. Nun hat die Corona-Krise die weltgrößte Kaffeehaus-Kette kräftig ausgebremst. Viele Kunden bereiteten sich lieber zu Hause ihr Heißgetränk selbst zu.

Starbucks leidet unter den Folgen der Corona-Krise: Weil zahlreiche Filialen aufgrund der Lockdowns geschlossen waren, sank im abgelaufenen Quartal (von Oktober bis Ende Dezember) der Umsatz der Kaffeehaus-Kette flächenbereinigt um fünf Prozent auf 6,7 Milliarden Dollar. Der Gewinn sackte gar um fast ein Drittel auf 622 Millionen Dollar ab.

Im vorangegangenen Sommerquartal war das Geschäft noch stärker eingebrochen. Von Juli bis Ende September schrumpfte der Gewinn um gut die Hälfte, während die Erlöse um neun Prozent zurückgingen.

Nur in China wächst der Absatz

In den USA und auch in Europa waren viele Starbucks-Filialen geschlossen oder nur eingeschränkt geöffnet. Das führte dazu, dass die Kaffeehauskette weniger Espresso, Cappuccino, Latte Macchiato und Americano aufbrühte. Alleine im Heimatmarkt USA betrug das Absatzminus im vergangenen Quartal rund fünf Prozent. Nur in China legten die Verkäufe zu.

Kundin mit Atemschutzmaske beim Verlassen einer Starbucks-Filiale

Kaffee gibt's bei Starbucks derzeit nur zum Mitnehmen und mit Maske.

Vorstandschef Kevin Johnson zeigte sich dennoch angesichts der schwierigen Bedingungen in der Pandemie zufrieden mit den Ergebnissen. Im Jahresverlauf rechnet er mit einer allmählichen Erholung. Der Konzern hob deshalb seine Prognose für 2021 an und rechnet mit einem Umsatzwachstum von 18 bis 23 Prozent.

Analysten zeigten sich dennoch enttäuscht. Sie hatten einen noch optimistischeren Ausblick erwartet. Die Aktie fiel an der Frankfurter Börse bis zum Mittag um 2,5 Prozent.

400 Filialen in den USA werden dicht gemacht

Die Corona-Krise bremst die Expansion der Kaffehauskette. Bis Ende 2021 will Starbucks rund 400 Filialen alleine in den USA dauerhaft schließen. Nur die Hälfte der geplanten 600 Neueröffnungen wurde im vergangenen Jahr realisiert.

Im September 2018 eroberte Starbucks auch das Kaffee-Land Italien. Mitten in Mailand eröffnete der Konzern seinen weltweit dritten Flagship-Store - nach Seattle und Shanghai. Die Kunden standen anfangs Schlange vor dem Store. Seither hat Starbucks weitere acht Läden in Mailand und einen in Turin eröffnet. Insgesamt sind bis zu 300 Filialen in Italien vorgesehen. Die Corona-Pandemie stoppte dann aber vorerst die Ausbaupläne.