Betriebsärzte warten in einer Halle des Unternehmens Liebherr auf impfwillige Mitarbeiter | dpa

Impfungen ab 7. Juni Betriebsärzte müssen bis morgen bestellen

Stand: 20.05.2021 11:02 Uhr

Ab dem 7. Juni sollen auch Betriebsärzte gegen Covid-19 impfen dürfen. Um von Beginn an dabei zu sein, müssen sie aber nach Informationen des ARD-Hauptstadtstudios schon bis morgen den Impfstoff bestellen.

Von Tobias Betz, ARD-Hauptstadtstudio

Deutschland sortiert sich neu beim Impfen. Jetzt geht es vor allem um Geschwindigkeit. Am 7. Juni fällt die Priorisierung, dann dürfen auch Betriebsärzte ran. Doch die sollten sich schnell um Impfstoffe bemühen. So müssen Bestellungen bis Freitagmittag vorliegen, wenn Betriebsärzte gleich von Anfang an dabei sein wollen. Das steht in einem Schreiben des Arbeitgeberverbands BDA, das dem ARD-Hauptstadtstudio vorliegt.

Tobias Betz ARD-Hauptstadtstudio

Demnach ist auch die Menge auf 804 Dosen je Arzt in der ersten Impfwoche begrenzt. In den Folgewochen werde voraussichtlich eine andere Menge in den Betrieben zur Verfügung stehen.

Betriebsärzte sollen Hausärzte entlasten

Die Betriebsärzte sollen gleichzeitig mit der Aufhebung der Priorisierung starten, damit sie die Hausärzte entlasten. Doch einige Bundesländer wie Bayern und Baden-Württemberg sind bereits vorgeprescht. Die Folge: Weil dort die Impfreihenfolge nicht mehr gilt, würden Praxen teilweise überrannt, kritisierte Ärztepräsident Klaus Reinhardt in der "Rheinischen Post".

Wenn dann nicht alle Impfwilligen unmittelbar zum Zuge kämen, führe das zu Frust, der leider auch beim Praxispersonal abgeladen werde. "Das geht so nicht. Das ist belastend und behindert den Praxisbetrieb enorm", sagte der Präsident der Bundesärztekammer.

Lambrecht gegen Impfflicht für Schüler

Beim Impfthema lehnt Justizministerin Christine Lambrecht eine Impfpflicht von Schülern ab. Die Corona-Pandemie könne man nicht mit Masern vergleichen, so die SPD-Politikerin gegenüber dem Redaktionsnetzwerk Deutschland.

Berlins Regierender Bürgermeister Michael Müller verteidigte unterdessen die Aufhebung der Impfreihenfolge zum 7. Juni. Im gemeinsamen Morgenmagazin von ARD und ZDF begründete der SPD-Politiker das vor allem mit Blick auf die Jüngeren. Müller nannte als Beispiel die Studierenden. Die seien schon seit eineinhalb Jahren nicht mehr an der Universität. Sie müssten jetzt zumindest die Chance auf einen Impftermin bekommen. Müller räumte ein, dass das natürlich von den Impfstofflieferungen abhänge.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 20. Mai 2021 um 06:29 Uhr.