Geparkte Flugzeuge der Airline Tuifly in Hannover | dpa

Tourismusgeschäft Wieder Milliardenverlust bei TUI

Stand: 08.12.2021 12:16 Uhr

Der Reisekonzern TUI steckt weiter tief in den roten Zahlen. Wegen des moderateren Pandemieverlaufs im Sommer fallen die Verluste aber geringer aus. Auf das kommende Jahr blickt das Unternehmen mit Zuversicht.

Trotz einer Erholung des Tourismusgeschäfts in diesem Sommer muss der Reisekonzern TUI zum zweiten Mal in Folge einen Jahresverlust in Milliardenhöhe verbuchen. Im Gesamtjahr lag das Minus bei knapp 2,5 Milliarden Euro - bei einem Erlös von 4,7 Milliarden Euro. Im vorangegangenen Geschäftsjahr hatte der Verlust wegen der Corona-Folgen bei 3,1 Milliarden Euro gelegen.

Im Zeitraum von Juli bis September erwirtschaftete der Konzern einen Umsatz von 3,5 Milliarden Euro, fast drei Mal so viel wie im Vorjahreszeitraum. Vor einem Verlust in diesem letzten Quartal seines Geschäftsjahres 2020/21 konnte das den weltgrößten Reiseveranstalter allerdings nicht bewahren: Operativ fiel ein Minus von 97 Millionen Euro an, wie das Unternehmen heute mitteilte.

Rückkehr zum Vorkrisenniveau im Sommer?

Die Konzernspitze zeigt sich optimistisch: TUI-Chef Fritz Joussen sprach von einer erfolgreichen Sommersaison mit einer deutlichen Erholung. Und auch das erste Quartal 2022 sei bereits "nahezu vollständig gebucht". "Die übergeordneten Trends sind intakt", erklärte Joussen bei der Präsentation der Zahlen. "Wir erwarten für den Sommer 2022 und die Hauptreisezeit die Rückkehr zu einem Buchungsniveau in etwa wie vor Corona 2019."

Auch die Transformation des Konzerns schreite voran, erklärte der Konzernchef: "Wir haben bereits rund 60 Prozent der für 2023 angekündigten jährlichen Kosteneinsparungen in Höhe von 400 Millionen Euro in 2021 realisiert."

Omikron verunsichert die Branche

Dennoch ist die Stimmung am Reisemarkt getrübt: Verschärfungen von noch nicht lange gelockerten Reisebeschränkungen in etliche Länder dämpfen Hoffnungen auf ein baldiges Ende der Krise. Der Konzern werde "flexibel entscheiden", ob Urlaubsreisen im Winterprogramm angesichts möglicher Corona-Einschränkungen "am unteren Ende der Spanne angeboten werden", teilte der Konzern mit. Von den Auswirkungen der vierten Infektionswelle und der Entdeckung der neuen Corona-Variante Omikron hat sich die TUI-Aktie gerade erst erholt.

TUI, der weltweit größte Anbieter von Pauschalreisen, litt besonders schwer unter den Folgen der Corona-Pandemie. Die deutsche Regierung unterstützte den Konzern mit drei Krediten in einer Gesamthöhe von 4,3 Milliarden Euro. 

Über dieses Thema berichtete NDR Info am 08. Dezember 2021 um 13:45 Uhr.