Saftflaschen von True Fruits mit Parteinamen und -programmen | True Fruits

Nach Aktion von True Fruits Edeka schickt AfD-Flaschen zurück

Stand: 20.08.2021 14:56 Uhr

Zur Bundestagswahl macht der Smoothie-Hersteller True Fruits auf sich aufmerksam, indem er Flaschen mit Namen und Programmauszügen von Parteien etikettiert. Die Supermarktkette Edeka will die AfD-Version der Flasche zurückschicken.

Eine Smoothie-Flasche mit AfD-Aufdruck sorgt mitten im Bundestagswahlkampf für Aufregung im Handel und im Internet: Deutschlands größter Lebensmittelhändler Edeka duldet eine Aktionsflasche des Fruchtsaft-Herstellers True Fruits nicht in seinen Läden und kündigte nun an, sie an den Hersteller zurückzuschicken.

True Fruits hatte anlässlich der Bundestagswahl eine Sonderedition seiner Smoothies auf den Markt gebracht, die mit den Namen der Parteien "CDU", "SPD", "Die Grünen", "FDP", "DIE LINKE" oder "AFD" sowie Auszügen aus dem jeweiligen Programm etikettiert waren.

Öffentlicher Streit in sozialen Medien

Es folgte eine Auseinandersetzung über die sozialen Medien. Auf Facebook postete der Lebensmittelkonzern ein Foto von der AfD-Version der Flasche - verbunden mit dem Satz "Rechts ist bei uns kein Platz im Regal." In einer Erklärung ergänzte das Unternehmen: "Der Edeka-Verbund steht für Vielfalt, Toleranz und die Förderung einer offenen Gesellschaft. Edeka hat die "AfD-Flaschen" von True Fruits nicht bestellt und wird sie an den Hersteller zurücksenden."

Der Smoothie-Hersteller reagierte: "Liebe Edeka, ja, wir finden die AfD auch scheiße. Aber Aufklärung ist wichtiger als peinliches Social Signaling, wie ihr es hier versucht", postete er auf Instagram. Deshalb habe das Unternehmen bewusst alle sechs großen Parteien des Deutschen Bundestages dargestellt.

In den sozialen Medien stieß das Vorgehen beider Seiten auf ein gemischtes Echo. Edeka bekam für sein Agieren sowohl Zuspruch ("Daumen hoch für diese Aktion"), als auch Kritik ("Sorry Edeka, das ist undemokratisch"). Auch True Fruits bekam sowohl Unterstützung ("Bitte nicht einknicken True Fruits"), als auch Schelte ("Mich habt ihr als Kunden verloren.").

"Grenze zum Vulgarismus überschritten"

Der Bonner Safthersteller hatte in der Vergangenheit wiederholt mit provokanten und polarisierenden Marketingaktionen auf sich aufmerksam gemacht. Vor einigen Jahren bewarb True Fruits eine schwarze Saft-Flasche mit dem Begriff "Quotenschwarzer". Dem Unternehmen wurde daraufhin, etwa in den sozialen Medien, Rassismus vorgeworfen. "Wir finden Rassismus genauso zum Kotzen, wie alle Formen der Diskriminierung", lautete die Antwort.

Auch der Deutsche Werberat ist bereits aktiv geworden. Im August 2019 beanstandete er zwei Werbemotive für das Produkt Sun Creamie, eine Smoothie-Flasche, die an eine Verpackung für Sonnencreme erinnerte. Die Motive, mit denen True Fruits das Produkt seinerzeit bewarb, hätten als provokative Darstellungen nicht nur die Grenze des guten Geschmacks, sondern auch zum Vulgarismus überschritten, hieß es in der Mitteilung.

Julia Busse, damals Geschäftsführerin des Werberats, hatte seinerzeit kommentiert: "True Fruits sollte sich schon fragen, ob die Obszönität und die Tonalität der beanstandeten Motive Gradmesser für legitime und gesellschaftlich akzeptierte Stilmittel zukünftiger Werbemaßnahmen sein sollten."