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Trotz Chipmangel Teslas Quartal der Rekorde

Stand: 21.10.2021 09:25 Uhr

Weder Chipkrise noch Lieferkettenprobleme bringen Tesla aus dem Tritt: Der E-Auto-Bauer verdiente im dritten Quartal so viel wie nie zuvor, Umsatz und Auslieferungen steigen kräftig. Wird Tesla das Tempo halten können?     

Während Lieferengpässe andere Autohersteller weltweit dazu zwingen, die Produktion zu verlangsamen oder gar zu stoppen, verbucht Tesla Rekord um Rekord. Der gemessen am Börsenpreis wertvollste Autokozern der Welt verdiente im dritten Quartal 1,6 Milliarden Dollar, was rund 1,4 Milliarden Euro entspricht - ein Höchstwert.

Der Umsatz kletterte um 57 Prozent auf den Rekordwert von 13,8 Milliarden Dollar. Bereits Anfang des Monats hatte der Konzern einen Auslieferungsrekord bekanntgegeben. Tesla verzeichnete einen Anstieg um 73 Prozent gegenüber dem Vorjahresquartal und lieferte 241.391 Autos an die Kunden aus.

Auffallend an der aktuellen Bilanz ist, dass die Bedeutung von Abgaszertifikaten, mit denen Tesla handelt und die andere Autobauer benötigen, um ihre Emissionsbilanz aufzubessern, weiter sinkt. Im jüngsten Vierteljahr setzte Tesla damit nur noch 279 Millionen Dollar um, in den Vorquartalen waren diese Erlöse wesentlich höher gewesen.

Fabriken laufen nicht am Limit

"Insgesamt bin ich sehr stolz darauf, was das Team erreicht hat", sagte Tesla-Vorstand Zach Kirkhorn bei einer Telefonkonferenz nach Vorlage des Geschäftsberichts. Vorstandschef Elon Musk war bei der Konferenz erstmalig nicht anwesend. Allerdings warnte der Top-Manager, dass noch große Herausforderungen bevorstünden und die Massenfertigung stark von der derzeit schwierigen Versorgung mit Bauteilen abhänge. Der Elektroautopionier betonte, dass die Fabriken "nicht mit Höchstgeschwindigkeit" liefen.

Die Frage ist, wie lange sich Tesla den Problemen entziehen kann, die andere Hersteller der Branche bereits spürbar treffen. Preisschwankungen bei Rohstoffen wie Nickel oder Aluminium hätten ein unsicheres Umfeld in Bezug auf die Kostenstruktur geschaffen, unterstreicht Kirkhorn.

Der E-Auto-Hersteller hatte vor kurzem seine Mitarbeiter zur Höchstleistung aufgefordert. Die Angestellten sollten sich anstrengen, um Produktionsprobleme Anfang des dritten Quartals aufzufangen.

"Bürokratische Unstimmigkeiten"

Auch zum Werk in Brandenburg äußerte sich das Management: Der Ausbau der neuen Fabriken liege weiter im Plan, in Brandenburg seien die Tests der Maschinen gut fortgeschritten. "Wir rechnen damit, die abschließenden Genehmigungen vor dem Ende dieses Jahres zu erhalten", hieß es im Quartalsbericht.

Eigentlich wollte Tesla schon im Juli mit der Produktion in Brandenburg beginnen, doch bürokratische Unstimmigkeiten verzögerten den Zeitplan. Tesla geht aber weiter davon aus, dass vor Jahresende die ersten Fahrzeuge des Model Y vom Band rollen.

Über dieses Thema berichtete BR24 am 21. Oktober 2021 um 06:08 Uhr und 08:41 Uhr.