Elon Musk

Behörden-Anordnung Tesla soll Musk-Tweet löschen

Stand: 26.03.2021 10:49 Uhr

Erneut hat Tesla-Chef Elon Musk Ärger wegen eines Tweets: Die Arbeitnehmerschutz-Behörde in den USA verlangt, dass eine gewerkschaftskritische Kurznachricht wieder verschwindet.

Tesla ist in den USA behördlich zur Löschung eines umstrittenen Tweets von Unternehmenschef Elon Musk aufgefordert worden. In der Mitteilung hatte Musk Tesla-Arbeitern mit finanziellen Konsequenzen gedroht, wenn sie sich in der Gewerkschaft United Auto Workers engagieren.

Musk hatte im Mai 2018 getwittert: "Nichts hält Tesla-Team in unserer Autofabrik davon ab, für eine Gewerkschaft zu stimmen. Könnten das morgen tun, wenn sie wollten. Aber warum Gewerkschaftsgebühren zahlen und Aktienoptionen umsonst aufgeben?"

Die Löschung des Tweets wurde von der US-Arbeitnehmerschutz-Behörde National Labor Relations Board NLRB angeordnet. Außerdem darf Tesla nicht mehr damit drohen, Mitarbeitern keine Vorteile mehr zu gewähren, wenn diese eine Gewerkschaft unterstützen.

Die United Auto Workers bezeichnete die Behördenanordnung als großen Sieg für Arbeiter, die gegen die gewerkschaftskritische Haltung von Unternehmen wie Tesla Widerstand leisteten.

Entschädigung für Mitarbeiter  

In der Auseinandesetzung ging es nicht nur um Tweets. Tesla hatte einen Mitarbeiter entlassen, der sich für die Gründung einer Gewerkschaft eingesetzt hatte. Der Autohersteller müsse den Mann für jegliche Einkommensverluste entschädigen und anbieten, ihn wieder einzustellen, entschied die Behörde.

Außerdem verfügte die NLRB, dass Tesla im US-Werk in Fremont Informationsveranstaltungen für Beschäftige abhalten müsse, in denen es um die Rechte der Arbeitnehmer geht.

Auch in Deutschland gibt es Befürchtungen bei den Gewerkschaften, dass Tesla seine Unternehmenspolitik aus den USA auch in der künftigen Fabrik in Grünheide bei Berlin anwenden könnte.  

Aber die IG Metall weist auch darauf hin, dass der arbeitsrechtliche Rahmen in Deutschland ein anderer sei. Die Gründung eines Betriebsrats sei hierzulande rechtlich kaum zu verhindern.

Über dieses Thema berichteten der rbb am 29. November 2020 um 10:00 Uhr (Nachrichten aus Berlin und Brandenburg) und Deutschlandfunk am 25. März 2021 um 15:36 Uhr ("mediasres").