Tesla-Produktion des Model 3 | REUTERS

Elektroautokonzern Tesla kündigt Stellenabbau an

Stand: 21.06.2022 16:53 Uhr

Der US-Elektroautokonzern Tesla hat Pläne zum Abbau Tausender Stellen weltweit bekannt gegeben. Gleichzeitig sucht der Hersteller für sein deutsches Werk offenbar Personal, weil vielen Interessenten die angebotene Bezahlung nicht genügt.

Tesla will in kommenden drei Monaten weltweit tausende Stellen abbauen. Es gehe um zehn Prozent der lohnabhängig Beschäftigten, was 3,5 Prozent der Gesamtbelegschaft entsprechen - es seien also nicht besonders viele, sagte Tesla-Chef Elon Musk in einem Videointerview auf der Konferenz Qatar Economic Forum. Ende 2021 beschäftigte der US-Konzern weltweit rund 100.000 Mitarbeiter, somit wären es mehr als 3000 betroffene Menschen.

Musk erklärte in Zusammenhang mit den Stellenstreichungen, dass eine Rezession in nächster Zeit aus seiner Sicht möglich sei. "Es ist nicht sicher, aber es scheint wahrscheinlicher." In den vergangenen Wochen war durch die Berichterstattung über eine bekannt gewordene interne E-Mail Musks zunächst der Eindruck entstanden, er wolle unter Verweis auf die schwache Konjunktur zehn Prozent der gesamten Tesla-Arbeitsplätze streichen.

Der offenbar schon begonnene Stellenabbau in den USA sorgt bereits für Ärger. In Texas steht Tesla wegen des Verdachts der Massenentlassungen ohne Einhaltung der Kündigungsfrist in der Kritik.

Grünheide hat zu wenig Personal

Gleichzeitig bleibt unklar, inwieweit das deutsche Werk im brandenburgischen Grünheide von Musks Plänen betroffen ist. Dort werden eigentlich derzeit Stellen aufgebaut.

Die Gewerkschaft IG Metall hatte am Wochenende auf einen zunehmenden Unmut der Belegschaft in Grünheide wegen zu niedriger und ungleicher Löhne hingewiesen. Deswegen komme auch die Rekrutierung neuer Mitarbeiter nicht so schnell voran wie geplant. "Tesla will bis zum Jahresende rund 12.000 Beschäftigte an Bord haben. Um dieses Ziel zu erreichen, wird das Management bald beim Entgelt eine Schippe drauflegen müssen", erklärte die Leiterin des IG-Metall-Bezirks Berlin-Brandenburg-Sachsen, Birgit Dietze. Derzeit sollen laut rbb-Informationen rund 4500 Beschäftigte im ersten europäischen Werk des US-Elektroautoherstellers beschäftigt sein.

Unterschiedliche Bezahlung

Laut der Gewerkschaft ist die Bezahlung bis zu 20 Prozent niedriger als die Tariflöhne bei konkurrierenden Autobauern in der Region. Inzwischen sei die Tesla-Werksleitung dazu übergegangen, bei Neueinstellungen mehr Entgelt anzubieten als bei früheren Besetzungen.

Über dieses Thema berichtete Deutschlandfunk am 06. Juni 2022 um 13:00 Uhr.