Ein Auto vor einem Tesla-Logo | AFP

Krypto-Zahlungsmittel Teslas für Bitcoins

Stand: 24.03.2021 15:27 Uhr

Den neuen Tesla mit Bitcoin bezahlen? Ab heute ermöglicht der Elektroauto-Pionier das. Kritiker warnen jedoch, Elon Musks Krypto-Begeisterung halse dem US-Unternehmen zu viele unnötige Risiken auf.

Tesla akzeptiert seit Mittwoch auch Zahlungen in der Kryptowährung Bitcoin beim Kauf seiner Elektroautos. Die Option ist zunächst nur in den USA verfügbar, soll aber in den kommenden Monaten auch in anderen Ländern eingeführt werden, wie Firmenchef Elon Musk bei Twitter ankündigte.

Musk sorgt für Rekordhoch

Mit seiner heutigen Ankündigung löst Tesla-Chef Musk sein Versprechen von Mitte März ein. Damals kündigte er an, dass er Bitcoin als Zahlungsmittel für Tesla-Autos akzeptieren werde. Damit befeuerte Musk den Boom der Kryptowährung, die in der Folge bei 61.782 Dollar ein Rekordhoch erreichte.

Bereits Anfang Februar hatte Musk für einen Bitcoin-Hype gesorgt, als er für 1,5 Milliarden Dollar Bitcoins kaufte. Noch am selben Tag kletterte die Cyber-Devise erstmals über die Marke von 40.000 Dollar.

Auch Musks Tweet vom Mittwoch wirkte sich auf den Kryptomarkt aus. Am Vormittag stieg der Bitcoin um etwa 2000 US-Dollar auf 56.250 Dollar. Auch andere Digitalwährungen wie Ether zogen zur Wochenmitte an.

Risiko Kryptowährung

Unterdessen warnen einige Analysten, dass der Tesla-Chef mit seinem Krypto-Engagement das finanzielle Wohlergehen seiner Firma gefährden könne. Musk gehe in einer ohnehin risikobehafteten Branche ein unnötiges Risiko ein.

Das Risiko steigt dabei mit jedem verkauften und in Bitcoin bezahlten Tesla: Musk kündigte nämlich an, die eingenommenen Bitcoin-Beträge nicht in klassische Währungen umzutauschen. "An Tesla bezahlte Bitcoin bleiben Bitcoin und werden nicht in Fiat-Währung umgewandelt", so der Multimilliardär.

Fiat kommt von dem lateinischen Wort für "es werde" - gemeint ist somit Geld, das von einer Zentralbank geschaffen wird. Sein Wert ist nicht an einen Rohstoff wie etwa Gold gebunden und beruht auf dem Vertrauen der Öffentlichkeit in die jeweilige Zentralbank. Euro, US-Dollar und Schweizer Franken werden als Fiat-Währungen bezeichnet.

Die klassischen Währungen werden von Befürwortern des Krypto-Zahlungsmittel auch als "Zwangsgeld" kritisiert. Im Gegensatz dazu werden Bitcoins durch das sogenannte Mining von Computern erzeugt und von keiner zentralen Instanz kontrolliert.

Nur eine PR-Masche?

Musk könnte bei seinem Eintreten für den Bitcoin um den Ruf seines Unternehmens in einer zahlungskräftigen jüngeren Käuferschicht bemüht sein. Ist seine Krypto-Strategie also letztlich vor allem eine geschickte PR-Masche?

Die Tesla-Aktie ist seit Musks Einstieg in die Welt der Kryptowährungen deutlich volatiler geworden. Die Kursschwankungen der Anteilsscheine haben seit Februar merklich zugenommen. Viele Marktbeobachter vermuten dahinter einen kausalen Zusammenhang.

Über dieses Thema berichtete Inforadio am 24. März 2021 um 11:40 Uhr.