Neuwagen von Tesla stehen in einem Showroom in Berlin | JENS SCHLUETER/EPA-EFE/Shutterst

Umstrittene Kryptowährung Tesla stoppt Zahlungen mit Bitcoin

Stand: 13.05.2021 12:18 Uhr

Während Kryptowährungen inzwischen selbst große Auktionshäuser erreichen, steigt ein Tech-Riese schon wieder aus: Tesla will Bitcoin-Zahlungen vorerst nicht mehr akzeptieren. Ein Kurssturz war die Folge.

Der US-Elektroautobauer Tesla hat Zahlungen mit der Kryptowährung Bitcoin wegen des hohen Stromverbrauchs aus Klimaschutzgründen wieder gestoppt. Der schnell ansteigende Verbrauch fossiler Brennstoffe für die Herstellung der Bitcoins und die Transaktionen mit der Kryptowährung sei bedenklich, erklärte Tesla-Chef Elon Musk auf Twitter. "Kryptowährung ist auf vielen Ebenen eine gute Idee und wir glauben an eine vielversprechende Zukunft, aber das kann nicht zu großen Lasten der Umwelt gehen."

Musk beabsichtigt, Bitcoin dann wieder als Zahlungsmittel zu akzeptieren, wenn das Schürfen der Währung mit nachhaltiger Energie getan werde. Tesla will laut Musk auch keinen Bitcoin-Handel mehr betreiben, so lange die Energiebilanz nicht besser ist. Im jüngsten Geschäftsquartal hatte das Unternehmen fast 100 Millionen US-Dollar durch den Verkauf von Bitcoins verdient.

Strom kommt häufig aus umweltschädlichen Quellen

Die Diskussion um die Umweltbilanz und die Effizienz von Bitcoin ist keineswegs neu. Bitcoin steht wegen des hohen Stromverbrauchs, den das sogenannte Mining - die Herstellung der Währungseinheiten durch energieaufwendige Rechnerprozesse - erfordert, schon lange bei Umweltschützern in der Kritik. Laut dem Bitcoin Energy Consumption Index der Online-Plattform Digiconomist, die sich unter anderem für umweltfreundlichere Krypto-Technologien einsetzt, verbraucht Bitcoin derzeit in etwa so viel elektrische Energie wie die Niederlande. Der CO2-Fußabdruck der Digitalwährung entspreche ungefähr dem Singapurs.

Bitcoin- und Krypto-Anhänger wie Twitter-Chef Jack Dorsey argumentieren damit, dass die Umweltbilanz mit der fortschreitenden Verbreitung von Erneuerbaren Energien langfristig wesentlich besser werden dürfte. Allerdings stehen viele Server-Farmen, die zum Bitcoin-Mining im großen Stil genutzt werden, in Ländern mit relativ geringen Stromkosten wie China oder Kasachstan. Hier stammt die Energie aber häufig aus vergleichsweise umweltschädlichen Quellen wie Kohle.

Kryptowährungen stürzen zwischenzeitlich ab

Seit März hatte Elon Musk seinen Kunden ermöglicht, seine Elektrofahrzeuge mit Bitcoins kaufen zu können. Zuvor hatte Tesla bereits den Kauf von Bitcoins im Wert von 1,5 Milliarden Dollar bekannt gegeben. Verkaufen will das Unternehmen die Bitcoins Musk zufolge nicht. 

Musks Tweet ließ den Bitcoin-Preis schlagartig um Tausende Dollar abstürzen. Der Kurs der wichtigsten Digitalwährung sank zeitweise auf 45.700 US-Dollar, nachdem er in der Nacht noch bei 54.817 US-Dollar notiert hatte. Zuletzt erholte sich er sich wieder etwas. Nicht nur Bitcoin, auch die zweitgrößte Digitalwährung Ether (Ethereum), das Krypto-Meme Dogecoin und andere Cyberdevisen wie Binance Coin und Ripple gaben stark im Kurs nach. Allerdings standen Kryptoanlagen im allgemeinen Abwärtstrend an den Börsen zur Wochenmitte schon vor Musks Statement unter Druck.

Banksy-Gemälde kann auch in Bitcoin bezahlt werden

Während Tesla vorerst wieder aus dem Bitcoin-Geschäft aussteigt, feierte das New Yorker Auktionshaus Sotheby's am Mittwoch eine Premiere: Erstmals wurden dort Bitcoin oder Ether als Zahlungsmittel für ein Kunstwerk akzeptiert. Unter den Hammer kam "Love is in the Air", ein Gemälde des Streetart-Künstlers Banksy, das einen maskierten jungen Mann in Schwarzweiß mit einer umgedrehten Basenballcap zeigt, der einen bunten Blumenstrauß wirft.

14 Minuten lang hatten vier Interessenten den Preis für das 90 mal 90 Zentimeter große Bild aus Öl- und Sprühfarbe hochgetrieben. Am Ende fiel der Hammer bei 12,9 Millionen US-Dollar - wie der Gewinner nun bezahlt, kann er entscheiden. Man habe bei Sammlern einen wachsenden Appetit auf nahtlosere Zahlungsoptionen festgestellt, hieß es. Für die anderen Werke beim Start der Frühjahrs-Versteigerungen in New York musste allerdings noch mit traditionellen Währungen bezahlt werden.

Mit Informationen von Peter Mücke, ARD-Studio New York

Über dieses Thema berichtete B5 Aktuell am 13. Mai 2021 um 08:38 Uhr.