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Bundesweiter Tarif mit Octopus Tesla bietet jetzt auch Strom an

Stand: 18.10.2021 12:47 Uhr

Energieversorgern droht neue Konkurrenz: Der Elektroauto-Pionier Tesla steigt in den deutschen Strommarkt ein. Ab heute hat er einen bundesweiten Ökostromtarif im Angebot - allerdings nur für Powerwall-Besitzer.

Lange wurde darüber spekuliert, nun ist es offiziell: Tesla greift im deutschen Strommarkt an. Der E-Autohersteller führt zusammen mit dem Ökostromanbieter Octopus Energy einen ersten bundesweiten Stromtarif ein. Er gilt allerdings nur vorerst für Kunden, die eine Tesla-Powerwall und eine Solaranlage besitzen.

Tesla und Octopus wollen ihren Ökostrom zum Einkaufspreis an die Verbraucher weiterreichen. Kunden bezahlten lediglich die direkten Energie- und Netzkosten sowie eine monatliche Pauschale von drei Euro, teilte Octopus mit. Hinzu kommt die Grundgebühr des jeweiligen Netzbetreibers.

Zunächst nur regionales Angebot

Octopus wirbt damit, den günstigsten Ökostrom-Tarif anzubieten. Im Vergleich zum bisher billigsten Octopus-Energy-Tarif könnten Kunden beim Umstieg auf den Tesla-Stromtarif rund 90 Euro pro Jahr sparen, heißt es von dem Anbieter. Der Vertrag ist monatlich kündbar. Zudem gibt es eine Preisgarantie von zwei Jahren, die vor weiteren Preissteigerungen schützt.

Bisher hatten Tesla und Octopus ihren speziellen Ökostrom-Tarif nur in Bayern und Baden-Württemberg angeboten. "Wir haben dort gemerkt, dass Interesse besteht", erklärte eine Octopus-Sprecherin gegenüber tagesschau.de.

Ob und wann Tesla auch anderen Kunden einen Ökostrom-Tarif anbietet, ist noch unklar. Experten trauen Tesla zu, den deutschen Strommarkt ähnlich aufzumischen wie das Autogeschäft.

Schon zwei Millionen britische Kunden

Bisher ist der E-Autopionier in den USA, Australien und Großbritannien im Energiemarkt aktiv. Innerhalb von vier Jahren konnte Tesla gemeinsam mit Octopus gut zwei Millionen britische Kunden anlocken. Mithilfe künstlicher Intelligenz bieten die beiden Partner dort flexible Stromtarife an.

Mit der so genannten Autobidder-Software könnte Tesla die Strompreise weiter drücken. Diese ermöglicht es, überschüssigen Strom der Privatkunden am Markt anzubieten. Die Hausspeicher, die Tesla verkauft, und die Batterien in den Autos, die an der Ladestation hängen, könnten zu virtuellen Kraftwerken zusammengeschlossen werden. In Australien wird die Software bereits eingesetzt. In Deutschland wird sie noch getestet.

Experten trauen Tesla und Octopus viel zu

Klaus Kreutzer vom Bundesverband Deutscher Energiemakler und Energieberater, räumt Tesla und Octopus gute Chancen, sich am deutschen Strommarkt durchzusetzen. Beide hätten nicht nur große finanzielle Ressourcen, sondern verfügten auch über "eine Kundennähe, von der klassische Versorger nur träumen können", sagte er dem "Spiegel". Wenn ein Tesla-Kunde ein E-Auto bestelle, könne man ihm nicht nur Wartung, Service und Versicherung mitverkaufen, sondern die Einrichtung einer Ladestation zu Hause gleich dazu - mitsamt Powerwall und Stromtarif. Das wäre eine echte Konkurrenz zu VW, Daimler, Vattenfall und Eon.

Allerdings gelten die Bundesbürger als Tarifwechsel-Muffel. SO wechselten im Jahr 2019 nur rund 4,5 Millionen Kunden den Stromtarif. 1,2 Millionen von ihnen taten das im Rahmen eines Umzugs.

Über dieses Thema berichtete BR24 aktuell am 24. August 2021 um 16:19 Uhr.